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Mit dem Mindestlohn zum Traumauto – so geht’s!

Stefanie verdient nur wenig Geld. Und dennoch konnte sie sich ihren Traum von einem feschen Gefährt erfüllen. So hat sie es geschafft.

© imago images/Imaginechina-Tuchong

Kommissionsvorsitzende: Mindestlohn soll auf 12,41 Euro ab 2024 steigen

Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland soll ab 2024 auf 12,41 Euro steigen und auf 12,82 Euro ab 2025. Das empfahl in einem Vermittlungsvorschlag die Vorsitzende der von der Regierung eingesetzten Mindestlohnkommission, Christiane Schönefeld. Die Kommission konnte sich demnach nicht auf einen einvernehmlichen Beschluss einigen.

Du verdienst nur auf Mindestlohn-Niveau? Das Geld reicht vorne und hinten nicht? Und dennoch hegst du den Traum von einem neuen feschen Gefährt? Stefanie hat ihn sich erfüllt.

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Stefanie (32) aus dem Vogtland verdient nicht gerade viel. 35 Stunden plackt sie in einem Schuhlager. Ernüchternde 14 Euro brutto bekommt sie dafür in der Stunde. Damit verdient sie in etwa so viel wie jemand, der mit Mindestlohn (12,41 Euro) 40 Stunden die Woche arbeitet.

Ein über 22.000 Euro teures, nigelnagelneues Auto

Sie zeigt dem MDR-Team, das eine Dokumentation über Menschen im Niedriglohnsektor („Sparen, Stress und Schulden – unser Alltag mit Niedriglohn“) gedreht hat, ihren ganzen Stolz. Ein über 22.000 Euro teures, nigelnagelneues Auto. Den größten Teil hat sie direkt bezahlt. Für den Rest musste sie einen Kredit aufnehmen.

Die 32-Jährige braucht das Auto für ihren Arbeitsweg. „Wenn die Arbeitszeiten feststünden, könnte ich auch mit dem Bus fahren. Oft ist das Problem, dass es kurzfristig wird, wenn viel Lieferung da ist“, führt sie aus. Dann müsse sie spontan länger machen oder eher anfangen. „Da ist man mit dem Auto schon flexibler“, sagt Stefanie.

Außerdem nehme sie das Auto auch für den Einkauf und dann sei „da noch eine Wochenendbeziehung“, die sie mit ihrem Freund führe, der rund 130 Kilometer entfernt in der Pfalz lebe. Sie sehen sich zweimal im Monat.

Stefanie: „Im Urlaub bin ich noch gar nicht gewesen“

Doch wie macht sie das? Die Antwort: Sparen, sparen, sparen. „Im Urlaub bin ich noch gar nicht gewesen“, gibt die erstaunlicherweise gar nicht verzagte Vogtländerin zu Protokoll. Dabei würde sie gerne mal London sehen.

Sie könne bei ihren Eltern, die in der Nähe wohnen, regelmäßig mitessen. Ihre Mutter arbeitet als Pflegekraft. Sie selbst fing an mit einem Lohn von 700 Euro. Darauf gibt Stefanie zu: „Mit 700 Euro wäre ich schlecht dran gewesen, die Mama am Anfang hatte. Allein für den Autokredit und die Miete bin ich schon bei knapp 550 Euro im Monat.“

Stefanie hat eine Dachgeschosswohnung, rund 43 Quadratmeter. Sie zeigt ihre kleine Küche. In ihrer Freizeit spielt Stefanie gerne Videospiele, die sie häufig gebraucht kaufe. Neu würden die Spiele meistens 60 Euro kosten. Da spare man dann hin und wieder schon bis zu 30 Euro.



Das Beeindruckende: Stefanie schreibt jede einzelne Ausgabe in ihre Kladde, die sie unter ihrem Couch-Tisch aufbewahrt. So behalte sie den Überblick. Selbst kleinste Ausgaben ihn Höhe von 99 Cent führt sie auf. Akkurate Buchführung – einer der vielen Gründe, wieso Stefanie sich ihren Wunsch nach einem schicke Auto verwirklichen konnte.