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Neue ARD-Aufregung um Dieter Nuhr – ein „Witz“ von ihm löst alles aus

ARD-Kabarettist Dieter Nuhr sorgt für eine Empörungswelle im Netz. Ein einziger Satz reicht für die Wut aus.

Satiriker Dieter Nuhr
u00a9 IMAGO/HMB-Media

Mehr Kriminalität: Faeser fordert hartes Durchgreifen des Rechtsstaates

Mehr Diebstähle, mehr Gewaltdelikte: Die Zahl der Straftaten in Deutschland ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen und lag damit auf dem höchsten Stand seit 2016. Es ginge nun um ein hartes "Durchgreifen des Rechtsstaates", sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), bei der Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik 2023 in Berlin.

Erneut gibt es Wirbel um Dieter Nuhr. In seiner ARD-Sendung deutete er etwas an, was für eine Empörungswelle im Netz sorgte.

+++ Passend zum Thema: ARD: Dieter Nuhr provoziert mit Witzen über Türken: „Da kann was nicht stimmen“ +++

Dabei sprach der 63-Jährige über die Zunahme von Messer-Angriffen in Deutschland.

Dieter Nuhr in ARD-Sendung: „Sollte man solche Leute nicht besser einschläfern?“

Zu dieser offiziellen Kriminalstatistik fiel dem Kabarettisten diese Bemerkung ein:

„Was sind das für Menschen, die mit einem Messer aus dem Haus gehen? Sollte man solche Leute nicht besser einschläfern lassen?“

Dieter Nuhr in der ARD-Sendung „Nuhr im Ersten“

Erst etwas verschämtes Kichern im Publikum, dann Applaus. Nuhr räumt selbst ein: „Es ist eigentlich zivilisationslos.“ Aber man müsse darüber reden, dass der Anteil der Messer-Tatverdächtigen mit Migrationshintergrund hoch sei. Er behauptet, dass das Thema totgeschwiegen werden solle, um nicht den Rechtsextremen in die Hände zu spielen. Dabei war die Zunahme von Messer-Verbrechen Thema in allen Medien war (>>> auch unsere Redaktion berichtete im Frühjahr über die BKA-Kriminalstatistik).

„Ein Fall für den Rundfunkrat“

Viele ARD-Zuschauer zeigen sich erschüttert über die Tötungsandeutung von Nuhr in seiner Sendung. Hat er hier eine Grenze übertreten? Der frühere CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz findet auf X, Nuhr sei jetzt „ein Fall für den Rundfunkrat“.

Der Filmproduzent und Grünen-Politiker Peter Heilrath erkennt bei dem ARD-Entertainer „Comedy im Sylt-Stil“ – eine Anspielung auf den „Ausländer raus“-Eklat auf der Insel. Ähnlich sieht das Florian Klenk, Chefredakteur der österreichischen Wochenzeitung „Falter“. Angeekelt schreibt Klenk: „Einschläfern lassen? Mit Gas? Oder mit einer Spritze? Vielleicht kann Nuhr seinen ‚Humor‘ noch ein bisschen ausführen bei einem Gastspiel in Sylt.“


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Etwas abgeklärter beurteilt der frühere Politiker Christopher Lauer die ganze Sache. Er schreibt auf X: „Dieter Nuhr ist der lebende Beweis, dass es in Deutschland keine sogenannte Cancel Culture gibt.“

Die Inszenierung als jemand, der unbequeme und totgeschwiegene Themen satirisch aufgreift, funktioniert immer noch blendend bei seinem Publikum.