Region38 

Der Morgen danach: Das ist die Unwetter-Bilanz

Ein umgestürzter Baum im Kreis Helmstedt. Die Feuerwehr leistete Schwerstarbeit beim Zersägen.
Ein umgestürzter Baum im Kreis Helmstedt. Die Feuerwehr leistete Schwerstarbeit beim Zersägen.
Foto: Kreisfeuerwehr Helmstedt

Region38. Nachdem bereits am Mittag ein Unwetter über der Region getobt hatte (news38.de berichtete), ließ die nächste Gewitterfront nicht lange auf sich warten, am Abend und in der Nacht tobten Blitz, Donner, Wind, Regen und Hagel weiter. Am frühen Freitagmorgen haben wir bei der Polizei noch einmal nachgefragt. Das ist die bisherige, erste Bilanz.

Gifhorn

Im Kreis Gifhorn hat das Unwetter einer Autofahrerin das Leben gekostet. Die 83-jährige Frau wurde in ihrem Wagen von einem umstürzenden Baum getroffen. Bei dem schweren Unfall auf der B244 bei Hankensbüttel konnten die Einsatzkräfte das Opfer nur noch Tod aus dem Fahrzeug bergen.

Glück im Unglück hatte am Nachmittag eine Autofahrerin und ihre Tochter auf der Straße zwischen Knesebeck und Transvaal, als um etwa 13.15 Uhr ein Baum auf ihr Auto fiel. Nach eigener Aussage mussten sich die Einsatzkräfte den Weg zur Unfallstelle regelrecht "freisägen". Die beiden Insassen wurden befreit und an den Rettungsdienst übergeben. Das Mädchen zog sich eine Schulterverletzung zu, die Mutter kam mit leichten Verletzungen davon, wie die Polizei am Freitagmorgen berichtet.

Im Südkreis wurden am Abend dann noch einmal viele Keller ausgepumpt und die Feuerwehr wurde zu Blitzeinschlägen gerufen. Es kam zu zahlreichen Stromausfällen insbesondere in Brome und Parsau. In Parsau stürzten mehrere große Eichen um, eine davon traf auch ein Festzelt. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

In Calberlah schaffte ein Abwasserpumpwerk die anfallenden Wassermassen in der Nacht nicht mehr. Der Abwasserverband ist dort vor Ort und versucht, das Problem in den Griff zu bekommen.

Auch die Polizei hatte einen arbeitsintensiven Tag. Zwischen 13 Uhr und 15.30 Uhr waren die Beamten neben dem "Alltagsgeschäft", über zwanzig Mal im Einsatz. Wie die Polizei mitteilt, gab es in diesem Zeitraum etwa dreimal so viele Notrufe wie sonst, die Telefone in der Einsatzleitstelle standen selten still. Vor allem Sperrungsarbeiten im Verkehr waren aufgrund des Wetters nötig.

Braunschweig

In Braunschweig gab es am Donnerstag insgesamt etliche Alarmierungen wegen Blitzeinschlägen, so die Polizei am Freitagfrüh. Insgesamt gab es 81 Feuerwehreinsätze in Braunschweig. Elf Mal mussten die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr Wasser und Sturmschäden beseitigen. Auch die Autobahnen waren zeitweise von Überflutungen betroffen.

Weil der Brodweg im Bereich der Brücke überschwemmt ist, musste die Polizei die Straße sperren. Auch am Morgen sollten Autofahrer sich noch eine Alternativroute zur Georg-Westermann/Brodweg-Verbindung zur B1 suchen.

Am Freitagmorgen, 23. Juni, stellte eine Mitarbeiterin der Kita in Rüningen fest, dass der Keller während des Gewitters vollgelaufen war - genaue Informationen zu dem Einsatz gibt es hier.

Die Feuerwehr Braunschweig warnt eindringlich vor dem Betreten der Wälder. Hier können nach dem Unwetter noch Äste herabfallen. Bis die Sturmschäden beseitigt sind, könne es noch Tage dauern. Außerdem rechnet die Leitstelle mit weiteren Einsätzen im Tagesverlauf, wenn Anwohner etwa ihren Kleingarten inspizieren oder den Blick in den Keller wagen.

Auf der Wolfenbütteler Straße wurde ein Kanaldeckel aus dem Rahmen gedrückt und blieb auf der Fahrbahn liegen - vier Autofahrer erkannten das Hindernis zu spät und fuhren über den Deckel und den Schacht. Alle Fahrzeuge erlitten Schäden am Fahrwerk, den Felgen oder Reifen; ein Auto musste abgeschleppt werden. Es entstand ein Gesamtschaden von etwa 8.000 Euro.

Gegen 23.35 Uhr ist ein Autofahrer im Bereich des Autobahnkreuzes Süd auf der A39 aufgrund einer Überschwemmung ins Schleudern gekommen und gegen die Betonwand geprallt. Der 45-jährige Fahrer blieb unverletzt; die Fahrstreifen mussten bis kurz vor 1 Uhr gesperrt werden.

Helmstedt

Bereits am Mittag war es im Landkreis Helmstedt turbulent zugegangen. Kurz aber heftig waren Starkregen und Sturm, als sie über die Gemeinden fegten: Keller liefenvoll, Bäume stürzten um. Überwiegend betroffen waren die Gemeinden Grasleben, Velpke, und Lehre. Im Bereich Dobbeln stürzte ein Baum auf eine Telefonleitung. Am Abend dann musste die Feuerwehr ab 19 Uhr zu insgesamt etwa 45 Einsätzen ausrücken. Wieder waren Bäume umgestürzt, Keller überflutet und Straßen überschwemmt. In Danndorf lag ein Baum quer über der Straße. Die Feuerwehr musste die Kettensäge anwerfen.

Wolfenbüttel

Auf der B79 zwischen Wolfenbüttel und Wendessen hat sich am Abend ein Auto überschlagen. Der junge Fahrer musste mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Auch die Beifahrerin musste ärztlich behandelt werden.

Die Feuerwehr musste wetterbedingt am Abend zu insgesamt sieben Einsätzen ausrücken.

Wolfsburg

In Wolfsburg mussten die Rettungskräfte insgesamt 222 Mal ausrücken. 255 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren, der Berufsfeuerwehr und des THW waren im Einsatz. Verletzte gab es glücklicherweise keine.

Die Polizei Wolfsburg meldete auf Nachfrage von news38.de für ihr Einsatzgebiet mehrere kleinere Unwetter-Einsätze. "Das Übliche", hieß es aus der Leitstelle. Vor allem seien mehrere Gullydeckel in der Stadt durch die Wassermassen angehoben worden.

Im Tor 17 mussten die Mitarbeiter der Nachtschicht über eine Treppe das Gelände verlassen, die eher einem Wasserfall ähnelte.

Salzgitter

Auch die Einsatzkräfte in Salzgitter hatten viel zu tun. Überflutete Keller, umgeknickte Bäume und viele Alarmierungen, so das Fazit der Polizei.

Peine

In Peine musste die Feuerwehr sturmbedingt zu insgesamt 81 Einsätzen ausrücken.

Die RB 42 (Braunschweig - Bad Harzburg) fällt auch am Morgen noch aus. Die Strecke sei nur sehr eingeschränkt befahrbar, Busse und Ersatzverkehr werden eingerichtet heißt es vom Unternehmen Erixx. Gleiches gilt für die RB 43 (Braunschweig-Goslar). Die Strecke des RB47 (Uelzen - Gifhorn - Braunschweig) sei dagegen wieder frei.

Auch der Fernverkehr war von den Sturmschäden betroffen. In Hannover war der Hauptbahnhof zeitweilig unter Wasser. In der Landeshauptstadt rückte die Feuerwehr zu mehr als 500 Einsätzen aus. Zahlreiche Bäume stürzten um und blockierten Straßen, darunter den Südschnellweg. Auch die Oberleitung der Straßenbahn wurde beschädigt. In einer Kinderklinik wurde ein OP-Bereich überflutet.