Region38 

Stiefelgeld: Nur was für die Weihnachtsmänner

Der Hochsitz war nicht mehr zu retten.
Der Hochsitz war nicht mehr zu retten.
Foto: Michael Hoppmann/Freiwillige Feuerwehr Wolfenbüttel

Region38. "Stiefelgeld" - das ist kein Obolus, den Familien in diesen Tagen an den Weihnachtsmann für dessen Besuch bei den lieben Kleinen bezahlen. Mit dem "Stiefelgeld" versuchen offenbar immer mehr Städte und Gemeinden in Norddeutschland, den ehrenamtlichen Dienst in der freiwilligen Feuerwehr attraktiver zu machen.

Die Spanne ist groß: Zwischen knapp 5 und 15 Euro beträgt die Pauschale in "Stiefelgeld"-Kommunen je Einsatz und Feuerwehrmann beziehungsweise -frau. Anders In der Region38: Hier gibt's Stiefelgeld allenfalls für die Weihnachtsmänner - und nicht für die Feuerwehrleute.

Erziehung wichtiger als Geld

In Wolfsburg beispielsweise zeige die Stadt ihre Anerkennung für die Leistungen der freiwilligen Feuerwehren durch einen "Obolus in die Mannschaftskasse", wie Stadtbrandmeister Helmut von Hausen berichtet. Auch ohne eine Pauschale laufe die Nachwuchsgewinnung insgesamt ganz gut - wenn auch in einigen Stadtteilen besser als in anderen.

Die Erklärung dafür sei weniger finanziellen Fragen geschuldet, sondern einem besonderen Angebot in Schulen und Kindergärten: "Wo es Brandschutzerziehung in diesen Einrichtungen gibt, haben wir auch mehr Interessierte an der Feuerwehr."

"Völlig unkompliziert"

Auch in Braunschweig gibt's zumindest derzeit keinen Bedarf an zusätzlichen finanziellen Lockmitteln, um ehrenamtliche Brandbekämpfer zum Durchhalten und Neulinge zum Start in der Feuerwehr zu "überreden".

Jens Lehmann, Sprecher der freiwilligen Feuerwehren in der Löwenstadt, hält die Mitglieder für insgesamt ganz zufrieden: Wie in Wolfsburg zahle auch in Braunschweig die Kommune in die Kameradschaftskassen der einzelnen Wehren. Außerdem erstatte die Stadt den "betroffenen" Unternehmen für Einsätze ihrer ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter während der Arbeitszeit "völlig unkompliziert" die Personalkosten.

Und im Umland?

Ähnlich sieht die Situation in den Bereichen Gifhorn, Helmstedt, Peine oder auch Wolfenbüttel aus - mit einem Unterschied: Dort lasten fast ausnahmslos alle Einsätze auf den Ehrenamtlichen. Denn Berufsfeuerwehren in der Region38 gibt's nur in Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter - und diese rücken nur bei ganz großen Einsätzen zur Untersützung in die Nachbar-Landkreise aus.

Allerdings weiß Andreas Meißner, Nord-Sprecher des Kreisfeuerwehrverbands Helmstedt, von einigen Kommunen, die sich nach Brandwachen bei Veranstaltungen mit kleinen Beträgen erkenntlich zeigen. Ansonsten gilt auch hier: Nicht das Finanzielle ist für die Einsatzkräfte der Antrieb, sondern der feste Wille, zu helfen.

Region38 

Geschenkestress: Frühe Schnäppchen oder Last Minute-Frust?

Am Tag vor Weihnachten ist die Innenstadt voller Menschen, die noch letzte Dinge besorgen müssen.
Am Tag vor Weihnachten ist die Innenstadt voller Menschen, die noch letzte Dinge besorgen müssen.
Foto: Giana Holstein
Mehr lesen