Region38 

Flüchtlinge der Region: Rund 2.600 haben einen Job gefunden

Integration am Arbeitsplatz: Im Gastgewerbe haben viele Flüchtlinge einen Job gefunden. Die NGG macht jedoch klar: Zuwanderer dürfen nicht als billige Arbeitskräfte ausgenutzt werden. Solide Job-Perspektiven gebe es nur mit einer Berufsausbildung, so die Gewerkschaft.
Integration am Arbeitsplatz: Im Gastgewerbe haben viele Flüchtlinge einen Job gefunden. Die NGG macht jedoch klar: Zuwanderer dürfen nicht als billige Arbeitskräfte ausgenutzt werden. Solide Job-Perspektiven gebe es nur mit einer Berufsausbildung, so die Gewerkschaft.
Foto: NGG

Region38. Geflüchtet, aber in der Arbeitswelt der Region38 angekommen sind laut der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) rund 2600 Flüchtlinge im vergangenen Jahr. Die NGG beruft sich hierbei auf eine neue Statistik der Bundesagentur für Arbeit.

"Die Zahlen zeigen, dass ein großer Teil der Flüchtlinge im Berufsleben Fuß fassen konnte. Und zwar trotz Sprachbarrieren und teils enormer bürokratischer Hürden", sagt NGG-Regionalchef Manfred Tessmann. In der Statistik berücksichtigt sind berufstätige Flüchtlinge aus den acht wichtigsten Herkunftsländern – darunter Syrien, Afghanistan und der Irak.

Das sind die genauen Zahlen

  • Flüchtlinge in Braunschweig: 866 haben einen Job gefunden. Sozialversicherungspflichtig im Stadtgebiet sind 78 Prozent. Vor drei Jahren: 320 Asylsuchende mit einem Arbeitsvertrag.
  • Flüchtlinge in Gifhorn: 200 haben einen Job gefunden. Sozialversicherungspflichtig kreisweit sind 66 Prozent. Vor drei Jahren: 75 Asylsuchende mit einem Arbeitsvertrag.
  • Flüchtlinge in Helmstedt: 146 haben einen Job gefunden. Sozialversicherungspflichtig kreisweit sind 76 Prozent. Vor drei Jahren: 36 Asylsuchende mit einem Arbeitsvertrag.
  • Flüchtlinge in Peine: 269 haben einen Job gefunden. Sozialversicherungspflichtig kreisweit sind 63 Prozent. Vor drei Jahren: 62 Asylsuchende mit einem Arbeitsvertrag.
  • Flüchtlinge in Salzgitter: 385 haben einen Job gefunden. Sozialversicherungspflichtig im Stadtgebiet sind 51 Prozent. Vor drei Jahren: 81 Asylsuchende mit einem Arbeitsvertrag.
  • Flüchtlinge in Wolfenbüttel: 176 haben einen Job gefunden. Sozialversicherungspflichtig kreisweit sind 57 Prozent. Vor drei Jahren: 62 Asylsuchende mit einem Arbeitsvertrag.
  • Flüchtlinge in Wolfsburg: 560 haben einen Job gefunden. Sozialversicherungspflichtig im Stadtgebiet sind 65 Prozent. Vor drei Jahren: 230 Asylsuchende mit einem Arbeitsvertrag.

Potential gegen Fachkräftemangel

Die Gewerkschaft NGG sieht in der Zuwanderung ein Potential gegen den Fachkräftemangel: "Hotels, Gaststätten, aber auch Bäckereien, Brauereien und die Lebensmittelverarbeitung haben jahrzehntelange Erfahrungen mit Zuwanderern", so Tessmann.

Aber: "Unternehmer dürfen die Geflüchteten nicht als billige Arbeitskräfte ausnutzen. Es darf keine Zwei-Klassen-Belegschaften und auch keine Ausnahmen beim Mindestlohn oder beim Festhalten der Arbeitszeiten geben. Wichtig ist, dass die Flüchtlinge ins duale Ausbildungssystem kommen. 'Azubi statt Aushilfe' muss auch die Devise der Unternehmen sein.“