Region38 

Für mehr Freizeit: 146.700 haben nichts vom Teilzeit-Gesetz

Region38. Einfach eine gewisse Zeit lang weniger arbeiten und dann wieder voll in den Beruf einsteigen - die Große Koalition (SPD und CDU) möchte ein passendes Gesetz dafür durchsetzen. Laut der NGG Süd-Ost-Niedersachsen-Harz hätten aber rund 146.700 Gastronomen und Handwerker der Region38 nichts von der sogenannten "Brückenteilzeit", denn es gilt nicht für Betriebe mit weniger als 45 Mitarbeiter.

"Die Einschränkung für kleine Betriebe muss wegfallen - ansonsten ist das Teilzeit-Gesetz für viele Handwerksbetriebe und in der Gastronomie nutzlos“, sagt NGG-Geschäftsführer Manfred Tessmann. "Auch Menschen, die bereits in Teilzeit arbeiten, bringt das Gesetz keine Verbesserungen. Denn einen Anspruch auf eine Vollzeit-Stelle habe nach den Plänen der GroKo nur, wer vorher schon einmal in Vollzeit gearbeitet hat. Grundsätzlich geht die Idee der Reform aber in die richtige Richtung."

Zahlen für die Region38

  • Braunschweig: 46.100 Arbeitnehmer profitieren nicht davon - das sind 31 Prozent aller Beschäftigten. Im Gastgewerbe wären es sogar 78 Prozent. Rund 54.800 arbeiten bereits in Teilzeit - also 37 Prozent. In Hotels und Restaurants ist der Anteil 69 Prozent.
  • Gifhorn: 22.700 Arbeitnehmer profitieren nicht davon - das sind 46 Prozent aller Beschäftigten. Im Gastgewerbe wären es sogar 82 Prozent. Rund 21.000 Beschäftigte arbeiten bereits in Teilzeit - also 42 Prozent. In Hotels und Restaurants ist der Anteil 73 Prozent.
  • Helmstedt: 12.400 Arbeitnehmer profitieren nicht davon - das sind 47 Prozent aller Beschäftigten. Im Gastgewerbe wären es sogar 89 Prozent. Rund 10.900 Beschäftigte arbeiten bereits in Teilzeit - also 42 Prozent. In Hotels und Restaurants ist der Anteil 73 Prozent.
  • Peine: 18.200 Arbeitnehmer profitieren nicht davon - das sind 47 Prozent aller Beschäftigten. Im Gastgewerbe wären es sogar 87 Prozent. Rund 16.400 Beschäftigte arbeiten bereits in Teilzeit - also 43 Prozent. In Hotels und Restaurants ist der Anteil 72 Prozent.
  • Salzgitter: 13.500 Arbeitnehmer profitieren nicht davon - das sind 26 Prozent aller Beschäftigten. Im Gastgewerbe wären es sogar 78 Prozent. Rund 13.800 Beschäftigte arbeiten bereits in Teilzeit - also 26 Prozent. In Hotels und Restaurants ist der Anteil 77 Prozent.
  • Wolfenbüttel: 15.600 Arbeitnehmer profitieren nicht davon - das sind 52 Prozent aller Beschäftigten. Im Gastgewerbe wären es sogar 89 Prozent. Rund 14.000 Beschäftigte arbeiten bereits in Teilzeit - also 47 Prozent. In Hotels und Restaurants ist der Anteil 78 Prozent.
  • Wolfsburg: 18.200 Arbeitnehmer profitieren nicht davon - das sind 14 Prozent aller Beschäftigten. Im Gastgewerbe wären es sogar 65 Prozent. Rund 24.100 Beschäftigte arbeiten bereits in Teilzeit - also 19 Prozent. In Hotels und Restaurants ist der Anteil 59 Prozent.

Gesetz Brückenteilzeit

Das geplante Gesetz zur Einführung einer Brückenteilzeit soll bis zum 19. Oktober im Bundestag beschlossen werden. Vier Wochen später könnte es den Bundesrat passieren. Auf die Untergrenze von 45 Beschäftigten hatte sich die Große Koalition verständigt. Die Unionsparteien setzten sich in diesem Punkt gegen die SPD durch.