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Pogromnacht-Gedenken: Braunschweig und Wolfenbüttel vergessen nicht

Auch in Braunschweig und Wolfenbüttel wird an die Opfer der Reichspogromnacht gedacht. (Symbolbild)
Auch in Braunschweig und Wolfenbüttel wird an die Opfer der Reichspogromnacht gedacht. (Symbolbild)
Foto: dpa
  • Schlimmsten Ausschreitungen gegen Juden seit dem Mittelalter.
  • Landtag erinnert an Opfer der Pogromnacht vor 80 Jahren.
  • Lüneburg eröffnet neugestaltete Holocaust-Gedenkstätte.

Hannover/Lüneburg. Der niedersächsische Landtag gedenkt am heutigen Freitag der Opfer antisemitischer Pogrome in Nazi-Deutschland vor 80 Jahren.

Systematische Juden-Verfolgung beginnt

In den Tagen um den 9. November 1938 wurden von den Nationalsozialisten zentral gesteuert überall in Deutschland Menschen jüdischen Glaubens verhaftet und ermordet, Wohnungen verwüstet sowie Synagogen in Brand gesetzt. Damit wurde die systematische Verfolgung von Juden eingeleitet, nachdem diese bereits seit der Machtergreifung ständigen Diskriminierungen ausgesetzt waren.

Ohne Eltern ins KZ verschleppt

Im Rahmen der Veranstaltung wird auch Yvonne Koch aus Düsseldorf sprechen, die als Zehnjährige ohne ihre Eltern ins Konzentrationslager Bergen-Belsen verschleppt wurde. Der Sozialwissenschaftler Samuel Salzborn vom Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin wird einen Vortrag zum Thema "Erinnerung und Abwehr" halten.

Braunschweig und Wolfenbüttel erinnern

In Braunschweig wurde bereits am Donnerstag an die Pogromnacht erinnert. Vertreter der Stadt und der Jüdischen Gemeinde legten einen Kranz an der Gedenktafel für die ehemalige Synagoge nieder. Am Samstag gibt es ein Konzert des Staatsorchesters Braunschweig in der Maschinenhalle der Firma Cederbaum (18 Uhr).

In Wolfenbüttel beginnt um 17 Uhr eine Gedenkstunde. Die Veranstaltung beginnt mit der traditionellen Kranzniederlegung am Gedenkstein vor der Herzog-August-Bibliothek und wird gemeinsam durch das Bündnis gegen Rechtsextremismus und die Stadt Wolfenbüttel vorbereitet. Die Gedenkansprache wird in diesem Jahr von Sigmar Gabriel gehalten.

Gedenkstätte steht an historischem Ort

Unterdessen wird in Lüneburg mit einer neugestalteten Gedenkstätte künftig an den Holocaust und die jüdische Geschichte in der Hansestadt erinnern. Sie soll genau 80 Jahre nach der Pogromnacht vom 9. November 1938 am Freitag an der Stelle der zwangsverkauften und später abgerissenen Synagoge wiedereröffnet werden. Dazu laden die Stadt und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Lüneburg ein. (dpa/ck)