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Babyklappen – so viele kleine Schicksale gibt es inzwischen

Blick auf die Babyklappe des Vivantes-Krankenhauses in Berlin-Neukölln (Archivbild).
Blick auf die Babyklappe des Vivantes-Krankenhauses in Berlin-Neukölln (Archivbild).
Foto: Jörg Carstensen / dpa

Hannover/Bremen/Braunschweig. 70 Neugeborene sind bisher in die sechs Babykörbchen in Niedersachsen und Bremen anonym gelegt worden. Das geht aus aktuellen Zahlen hervor, die die Träger auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilten. Vor kurzem war im Marienstift Krankenhaus in Braunschweig ein Säugling anonym abgegeben worden.

Babyklappe als letzter Ausweg

Die Babyklappen sollen in Not geratenen Eltern einen letzten Ausweg eröffnen, Kinder in sichere Obhut zu geben. Nach der bundesweit ersten Einrichtung dieser Art des freien Trägers Sternipark 2000 in Hamburg entstanden im Jahr darauf vier Babykörbchen in Hannover, Braunschweig, Osnabrück und Nordhorn.

Hintergrund war ein in einer Recycling-Anlage gefundenes, totes Findelkind. Ein fünftes Wärmebettchen entstand in Niedersachsen 2010 in Rotenburg (Wümme). Das nach Angaben der Betreiber einzige Babykörbchen in Bremen gibt es seit 2002 im St. Joseph-Stift.

Für Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann können die Körbchen aber nur eine Notlösung sein, um Kinderleben zu retten. Die Babyklappen seien ethisch wie rechtlich problematisch, weil sie das Recht der Kinder verletzten, etwas über ihre Herkunft zu erfahren und Beziehungen zu ihren Eltern zu haben, sagte die Braunschweigerin.

Für Schwangere in scheinbar aussichtslosen Situationen, befürwortet die SPD-Politikerin das Angebot der vertraulichen Geburt, bei dem werdenden Müttern seit 2014 Schutz und medizinische Betreuung sowie Anonymität gewährleistet würden.

Eltern in Braunschweig kamen zurück

Dass Eltern sich nach der Abgabe doch melden, kommt den Angaben der Träger eher selten vor. Immer mal wieder passiere es aber doch: Rohde berichtete von vier Kindern, die wieder bei ihren Eltern leben. Im Bremer St. Joseph-Stift meldeten sich einer Sprecherin zufolge fünf Mütter. In Braunschweig und Nordhorn habe es je einen Fall gegeben. (dpa/ck)