Region38 

Spitzel-Affäre in Niedersachsen: Verfassungsschutzchefin Brandenburger muss packen

Die Spitzelaffäre beim Verfassungsschutz Niedersachsen kostet Behördenchefin Maren Brandenburger ihren Job (Archivbild).
Die Spitzelaffäre beim Verfassungsschutz Niedersachsen kostet Behördenchefin Maren Brandenburger ihren Job (Archivbild).
Foto: Ole Spata/dpa

Hannover. Nach der versehentlichen Enttarnung eines V-Manns an der Universität Göttingen verliert Verfassungsschutzchefin Maren Brandenburger ihren Posten. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) habe eine entsprechende Entscheidung getroffen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch in Hannover.

Darüber hatte zunächst das Politikjournal "Rundblick" berichtet. Wer Nachfolger der 50-jährigen Politologin an der Spitze des Verfassungsschutzes wird, war noch nicht bekannt.

Eine Panne beim Verfassungsschutz hatte es der linken Szene in Göttingen ermöglicht, Rückschlüsse auf die Identität eines Studenten zu ziehen, der als Spitzel bis in universitäre Gremien den Geheimdienst mit Informationen versorgte.

Auf das Auskunftsersuchen einer linken Aktivistin hatte der Geheimdienst einem Verwaltungsgericht Informationen übermittelt.

Anwalt kann alles lesen

Darunter auch Passagen, die eigentlich noch per Hand hätten aussortiert werden müssen - eine fehlerträchtige Methode. So erhielt der Anwalt der Aktivistin Einblick in die sensiblen Seiten, die Rückschlüsse auf den Spitzel ermöglichten.

Dumm ist die Enttarnung nicht bloß für den betroffenen V-Mann, der nun im Fokus des Ärgers seiner früheren Kumpel steht. Auch die Verlässlichkeit des niedersächsischen Verfassungsschutzes stehe nun bei anderen Geheimdiensten in Frage, wetterte die Opposition - von Problemen beim Anwerben künftiger V-Leute ganz zu schweigen.

Brandenburger hatte die Behörde fünf Jahre geleitet und war zuvor zehn Jahre Sprecherin des Verfassungsschutzes. (ck)