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Jahrelanger Missbrauch: Bistum Hildesheim krempelt sich weiter um

Das Bistum Hildesheim lässt Missbrauchsvorwürfe gegen zwei Ex-Bischöfe von einem spezialisierten Institut untersuchen.
Das Bistum Hildesheim lässt Missbrauchsvorwürfe gegen zwei Ex-Bischöfe von einem spezialisierten Institut untersuchen.
Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Hildesheim. Das katholische Bistum Hildesheim setzt neue Ansprechpartner für Missbrauchsfälle ein. Mit Beginn des neuen Jahres werden die Ärztin Angelika Kramer und die Diplom-Psychologin Michaela Siano als Ansprechpersonen für Verdachtsfälle des sexuellen Missbrauchs in der Diözese zur Verfügung stehen, teilte das Bistum am Donnerstag mit. Die beiden lösen in dieser Funktion Ancilla Schulz und John G. Coughlan ab.

Von der Kirche unabhängig

Kramer und Siano sind von der Kirche unabhängig. Drei weitere unabhängige und qualifizierte Ansprechpartner sollen im Laufe des nächsten Jahres folgen. Sie sollen in fünf verschiedenen Regionen des Bistums die Interessen von Betroffenen vertreten und sind in die Arbeit des Bischöflichen Beraterstabes in Fragen sexualisierter Gewalt eingebunden.

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Hintergrund für den personellen Wechsel ist ein im Oktober 2017 vorgelegtes Gutachten, in dem dem Bistum jahrzehntelange schwerwiegende Versäumnisse im Umgang mit Missbrauchsfällen angelastet wurden.

Mindestens 153 Missbrauchsopfer

Erst vor kurzem wurden neue Missbrauchsvorwürfe gegen den 1988 verstorbenen Altbischof Heinrich Maria Janssen bekannt. In einer bundesweiten Missbrauchsstudie heißt es, im Bistum Hildesheim habe es zwischen 1946 und 2014 mindestens 153 Missbrauchsopfer gegeben. 46 Priester werden als Täter beschuldigt. (dpa)