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Neuartiger Blitzer geht in Niedersachsen scharf – jetzt drohen Bußgelder!

Auf der B6 in der Region Hannover wurde doe bundesweit erste Streckenradar-Messanlage in Betrieb genommen. (Archivfoto)
Auf der B6 in der Region Hannover wurde doe bundesweit erste Streckenradar-Messanlage in Betrieb genommen. (Archivfoto)
Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Nach erfolgreicher technischer Erprobung geht das bundesweit erste Streckenradar bei Hannover in den Alltagsbetrieb. Ab Montag drohen Strafzettel für Autofahrer, die auf der B6 in Laatzen zu schnell fahren.

Nach einer vierwöchigen Testphase wird das bundesweit erste Streckenradar in Laatzen bei Hannover scharf geschaltet. Von diesem Montag an drohen Autofahrern auf der Bundesstraße 6 Strafzettel, wenn sie auf dem über zwei Kilometer langen überwachten Straßenabschnitt das Tempolimit missachten, teilte das Innenministerium mit.

Streckenradar-Test an B6 bei Laatzen

Vorgesehen ist eine Erprobungsphase bis Juni 2020. Die Radaranlage an der B6 erfasst das gefahrene Tempo nicht an einer Stelle, sondern ermittelt die Durchschnittsgeschwindigkeit auf einem längeren zumeist unfallträchtigen Abschnitt, wo die Autofahrer vom Gas gehen sollen.

Section Control schon im Ausland im Einsatz

Nachbarländer wie Belgien, die Niederlande und Österreich nutzen die auch als Section Control bezeichnete Technik seit Jahren mit großem Erfolg für die Verkehrssicherheit. "Section Control ist ein vielversprechender Ansatz, um die Verkehrssicherheit auf unseren Straßen weiter zu erhöhen", sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD). "Eine Geschwindigkeitsmessung über einen längeren Streckenabschnitt ist vor allem gerechter für alle Beteiligten, als feste Blitzer." Er freue sich deshalb sehr, dass der Pilotbetrieb nach einer erfolgreichen Testphase nun ganz offiziell starten könne.

Wie das Streckenradar an der B6 in Niedersachsen funktioniert

Das niedersächsische Streckenradar unterscheidet sich von der in den Nachbarländern eingesetzten Technik. Während dort das Abfotografieren der Autos beim Einfahren und Verlassen des kontrollierten Abschnitts für den Datenschutz kein Problem darstellt, muss in Deutschland ein Schritt zwischengeschaltet werden. Das bei der Einfahrt erstellte Foto wird zunächst verschlüsselt, ebenso wie das zweite Foto beim Verlassen des Abschnitts. Nur wenn der Abgleich beider Bilder eine Tempoüberschreitung ergibt, wird ein weiteres, klassisches Blitzer-Foto mit dem Gesicht des Fahrers angefertigt.

Section Radar wird frühestens 2020 ausgeweitet

Nach weiteren Abschnitten zum möglichen Einsatz eines Streckenradars will Niedersachsen erst nach Abschluss des Pilotversuchs 2020 Ausschau halten. In Belgien etwa gibt es auch mobile Abschnittskontrollen etwa an Autobahnbaustellen. (dpa)