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Nach Tod von FCM-Fan Hannes: Familie und Freunde starten Petition

Hannes wurde nur 25 Jahre alt. Nicht nur in Magdeburg ist er unvergessen.
Hannes wurde nur 25 Jahre alt. Nicht nur in Magdeburg ist er unvergessen.
Foto: imago/Christian Schrödter
  • Nach Tod von FCM-Fan Hannes: Petition online.
  • Familie und Freunde fordern lückenlose Aufklärung.
  • Auch Eintracht-Fans engagieren sich.

Magdeburg. Lückenlose Aufklärung und endlich Gewissheit – darum geht es den Erstellern einer Petition für den verstorbenen FCM-Fan Hannes. Dessen Familie und Freunde haben die Aktion jetzt online gestellt.

Hannes war im Oktober 2016 aus einer Regionalbahn gestürzt und kurz danach im Krankenhaus gestorben. Vor dem Sturz soll der bekennende Fan des 1. FC Magdeburg von Anhängern des Rivalen Hallescher FC attackiert worden sein.

Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein

Haben diese ihn aus dem Zug geschubst? Sprang Hannes vor Angst selbst? Diese Fragen sind bisher unbeantwortet. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen ein.

Hannes' Familie und Freunde betonen, dass die Petition nicht dem Gedanken der Rache oder einer Täterbestrafung um jeden Preis zugrunde liegt: "Es geht einzig und allein um die lückenlose Aufklärung der Geschehnisse."

#HannesUnvergessen hat fünf Ziele:

  • Umgehende Wiederaufnahme der Ermittlungen durch eine andere unabhängige Staatsanwaltschaft
  • Überprüfung der Ermittlungen von unabhängigen Polizeibehörden, außerhalb der Polizeidirektion Magdeburg
  • Nachholung bzw. Wiederholung von unzulänglichen Ermittlungen/ Vernehmungen
  • Bewertung der Ermittlungen durch die Generalsstaatsanwaltschaft Naumburg
  • Beweisführung durch Bahngutachten und erneute Vernehmungen aller Zeugen

HIER geht's zur Petition!

Christoph, der Bruder von Hannes schildert, in einem öffentlichen Brief, wie es der Familie, den Freunden und vielen, vielen Fans auch zwei Jahre nach dessen Tod geht:

"Mit jeder Erinnerung, mit jedem Gedanken an meinen Bruder bleibt auch die Frage der Aufklärung. Es bleibt der Kampf für Gerechtigkeit. Gefühlt passiert gar nichts. Das Thema ruht; die Fronten ruhen. [...]

Von der Politik alleingelassen, von der Justiz alleingelassen. Unter Gerechtigkeit verstehe ich etwas anderes. Es geht um ein Menschenleben. Mein Bruder ist tot und nichts geschieht.

Was wäre gewesen, wenn es den Sohn eines hochrangigen Politikers, den Sohn einer Berühmtheit, den Sohn einer einflussreichen Person getroffen hätte? Wären die Ermittlungen auch im Sande verlaufen? [...]"

Mehr zum Thema:

Nach Angaben der Petitions-Erstellern wurde ein im Mai 2017 eingelegter Einspruch gegen die Einstellung der Ermittlungen genau einen Tag, nachdem bekannt wurde, dass es eine Petition geben soll, abgelehnt.

Das hinterlasse Verwunderung und Bestürzung, bei der Familie, Freunden und vielen Außenstehenden, heißt es.

Der Tod von Hannes hatte auch die befreundeten Eintracht-Fans bewegt. Sie hatten mit einem Banner an den FCM-Fan erinnert und setzen sich ebenfalls noch immer dafür ein, dass die Ermittlungen wieder aufgenommen werden. (ck)