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Wegen Einflussnahme der Türkei: Neuer islamischer Moscheeverband in Niedersachsen gegründet

Avni Altiner ist der neue Vorsitzende der „Muslime in Niedersachsen“. (Archivbild)
Avni Altiner ist der neue Vorsitzende der „Muslime in Niedersachsen“. (Archivbild)
Foto: Friso Gentsch/dpa

Hannover. Elf Moschee-Gemeinden haben einen neuen Islamverband in Niedersachsen gegründet. „Muslime in Niedersachsen“ heißt der neue Verband, zu dem Gemeinden aus Hannover, Osnabrück, Braunschweig, Nienburg und Vechta gehören, teilte Sprecher Firouz Vladi am Sonntag mit.

Zum Vorsitzenden wurde am Samstag in Hannover Avni Altiner gewählt, der zuvor viele Jahre Vorsitzender der Schura, einem anderen Landesverband für Muslime, war. Hintergrund der Neugründung ist die wachsende Einflussnahme der Türkei auf die Moscheeverbände in Niedersachsen.

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„Wir wollen losgelöst von Politik und Auslandsfinanzierungen arbeiten“

Der neue Verband soll allen Muslimen und Moscheegemeinden offenstehen. „Die Philosophie ist eine Loslösung von der landsmannschaftlichen, sprachlichen Herkunft - das ist unsere langfristige Perspektive. Wir wollen losgelöst von Politik und Auslandsfinanzierungen arbeiten“, sagte Vladi.

Die Gründung des neuen Verbandes folgt auf einen Eklat beim türkischen Moscheeverband Ditib. Dessen langjähriger Landeschef Yilmaz Kilic und der gesamte Vorstand waren im November 2018 aus Protest gegen Versuche der Einflussnahme der Türkei zurückgetreten. Die Landesregierung hatte am Freitag angekündigt, die Zusammenarbeit mit Ditib fortzusetzen.

Altiner, der Vorsitzende des neuen Moscheeverbandes, war 2016 an der Spitze des Schura-Landesverbandes von einem Vertreter der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) abgelöst worden, die der türkischen Regierungspartei AKP nahesteht.