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Ermittlungen in Hildesheim: Mann war an Massaker beteiligt und spielte es dann herunter

Gegen einen früheren SS-Mann aus dem Kreis Hildesheim wird wieder ermittelt. (Symbolfoto)
Gegen einen früheren SS-Mann aus dem Kreis Hildesheim wird wieder ermittelt. (Symbolfoto)
Foto: dpa

Hildesheim. Die Staatsanwaltschaft Hildesheim ermittelt wegen Volksverhetzung gegen einen früheren SS-Mann, der im April 1944 an einem Massaker im nordfranzösischen Ascq beteiligt war. Der 96-Jährige hatte den Holocaust Ende November in einer Fernsehsendung heruntergespielt und den französischen Zivilisten Schuld an ihrem Schicksal gegeben.

ARD-Bericht bringt Ermittlungen gegen früheren SS-Mann ins Rollen

Nach der Ausstrahlung des ARD-Politikmagazins "Panorama" sei die Staatsanwaltschaft von Amts wegen tätig geworden, teilte die Anklagebehörde am Dienstag mit. Außerdem habe es 20 Strafanzeigen, je zur Hälfte aus Deutschland und aus Frankreich gegeben, berichtete die "Hildesheimer Allgemeine".

Mann aus Kreis Hildesheim an SS-Massaker in Ascq beteiligt

Bei dem Massaker in Ascq wurden 86 Zivilisten von Waffen-SS-Mitgliedern als Racheakt für einen vorangegangenen Sprengstoffanschlag auf einen Transportzug willkürlich getötet. Der frühere SS-Mann aus dem Kreis Hildesheim wurde direkt nach dem Krieg von einem französischen Militärgericht in Abwesenheit zum Tode verurteilt.

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Nach französischem Recht war die Strafe wegen eines Kriegsverbrechens nach 20 Jahren verjährt. In Deutschland 2017 begonnene Ermittlungen wegen des Verdachts der Beihilfe zum Mord wurden wieder eingestellt. Hintergrund war der Grundsatz, dass niemand wegen derselben Tat zweimal bestraft werden darf.

Die Verunglimpfung der Opfer durch den früheren SS-Mann in der TV-Sendung hatte in Frankreich Empörung ausgelöst. Die Äußerungen eines SS-Mannes, der an dem Massaker mit 86 Toten beteiligt war, lösten bei den Einwohnern und bei ihm selbst "ein Gefühl und eine Reaktion unermesslichen Abscheus" aus, hatte der Bürgermeister von Villeneuve d'Ascq, Gérard Caudron, erklärt. (dpa)