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Hildesheim: 96-jähriger Ex-SS-Mann wird überfallen

Die Staatsanwaltschaft Hildesheim ermittelt gegen Karl M. - am Donnerstag wurde der Kriegsverbrecher offenbar überfallen. (Archivbild)
Die Staatsanwaltschaft Hildesheim ermittelt gegen Karl M. - am Donnerstag wurde der Kriegsverbrecher offenbar überfallen. (Archivbild)
Foto: dpa

Hildesheim. Ein ehemaliger SS-Mann ist offenbar in seiner Wohnung in Nordstemmen überfallen und beraubt worden. Der 96-jährige Karl M. bestätigte dem NDR den Vorfall am Freitag. Angebliche Postboten hätten ihn am Donnerstag gefesselt und ausgeraubt.

Polizei Sarstedt bestätigt Überfall

Die Polizei in Sarstedt im Landkreis Hildesheim bestätigte nur, dass es gestern einen Überfall in Nordstemmen gegeben hat. Die zuständige Staatsanwaltschaft Hildesheim war zunächst nicht zu erreichen. Ob der Überfall einen kriminellen oder politischen Hintergrund hat, ist offen.

Karl M. relativiert Holocaust

Das ARD-Politikmagazin "Panorama" hatte letztens über den ehemaligen SS-Mann berichtet. Der verurteilte NS-Kriegsverbrecher hatte in einem Interview ein Massaker in Frankreich im Jahr 1944, an dem er beteiligt war, gerechtfertigt sowie den Holocaust relativiert.

"Soviel Juden hat es damals gar nicht gegeben", sagte er in die Kamera. Das mit den Juden werde Adolf Hitler immer angehängt. Die Zahl stimme aber nicht, sie sei längst widerlegt. Außerdem wünsche er sich manchmal Hitler zurück, weil der ja "durchgegriffen" habe.

Staatsanwaltschaft Hildesheim ermittelt

Nach dem Panorama-Beitrag hatte es insgesamt 20 Anzeigen gegen Karl M. gegeben; inzwischen hat die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen den 96-Jährigen eingeleitet.

Karl M. vermutet, dass die Tat im Zusammenhang mit seinen öffentlichen Äußerungen steht: "Die Sendung hat mich bundesweit bekannt gemacht, aber das war bestimmt nicht eure Absicht", sagte er dem NDR. (ck)