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Nach Tierquälereien: Weil will Videoüberwachung in Schlachthöfen

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD, Mitte) schaut sich den Schlachthof Böseler-Goldschmaus genauer an.
Ministerpräsident Stephan Weil (SPD, Mitte) schaut sich den Schlachthof Böseler-Goldschmaus genauer an.
Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Garrel /Hannover. Die niedersächsische Landesregierung will eine Bundesratsinitiative zur Videoüberwachung in Schlachthöfen auf den Weg bringen.

Tierquälerei in Niedersachsens Schlachthöfen

Das kündigte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Montag bei einem Besuch des Schlachthofes der Böseler Goldschmaus-Gruppe in Garrel bei Oldenburg an. Damit reagiere das Land auf die Berichte über gravierende Tierquälereien in einigen niedersächsischen Schlachthöfen in den vergangenen Wochen.

Kritik: "Überwachung der Mitarbeiter"

Kritisch reagierte der oldenburgische Regionalchef der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG), Matthias Brümmer. "Das bedeutete eine Überwachung der Mitarbeiter", sagte er.

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Der einzige Weg aus Sicht der Gewerkschaft zu mehr Tierschutz und sozialeren Arbeitsbedingungen sei die Abkehr vom großflächigen Einsatz von Werkvertragsarbeitern in der Fleischindustrie.

Böseler Goldschmaus als Vorbild?

Böseler Goldschmaus hat im Kerngeschäft ehemalige Werkarbeiter fest eingestellt und baut für sie auch Wohnungen. Das Verhalten von Böseler sei vorbildlich, sagte Weil. "Wir wollen im Dialog mit den anderen Schlachthofunternehmen herausfinden, was sie daran hindert, denselben Weg einzuschlagen wie Böseler", sagte der Politiker. (dpa)