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Tödliche Stiche in Flüchtlingsunterkunft - Ist Angeklagter krank?

Das Landgericht in Göttingen verhandelt den Mord an einem 28-Jährigen. (Symbolbild)
Das Landgericht in Göttingen verhandelt den Mord an einem 28-Jährigen. (Symbolbild)
Foto: Swen Pförtner/dpa

Göttingen. Weil er einen Mitbewohner eines als Flüchtlingsunterkunft genutzten Appartementhauses erstochen haben soll, steht ein 25 Jahre alter Mann aus Eritrea vor dem Landgericht Göttingen. Er soll sein aus dem Sudan stammendes Opfer am 1. Juni vergangenen Jahres im Hausflur unvermittelt angegriffen und mit einem Messer traktiert haben.

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Opfer stirbt noch am Tatort

Der 28-Jährige war noch am Tatort gestorben. Motiv könnten möglicherweise eingebildete Vergewaltigungen sein. Das geht aus den Aussagen von Polizeibeamten hervor, die am Dienstag als Zeugen vernommen wurden.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beschuldigte die Tat aufgrund einer krankhaften seelischen Störung im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen hat. Weil sie den 25-Jährigen als eine Gefahr für die Allgemeinheit ansieht, strebt sie die dauerhafte Unterbringung im Maßregelvollzug an.

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Die Polizeibeamten sagten vor dem Schwurgericht, der Beschuldigte habe einige Monate vor der Tat fälschlich behauptet, sein späteres Opfer und andere Mitbewohner hätten ihn nachts in seinem Appartement vergewaltigt. Nach einer entsprechenden Anzeige hätten aber weder die ärztlichen Untersuchungen noch die übrigen Ermittlungen Anhaltspunkte für eine Vergewaltigung ergeben.

Der Beschuldigte habe anschließend zwar zugegeben, gelogen zu haben. Die Strafanzeige habe er aber gestellt, um sich für angebliche frühere Vergewaltigungen zu rächen. Außerdem seien von den vermeintlichen Taten Fotos gemacht und ins Internet gestellt worden.

Auch für diese Behauptungen hätten sich keinerlei Belege finden lassen, sagte einer der Ermittler. Ein Termin für die Urteilsverkündung steht noch nicht fest. (dpa)