Region38 

Kein Feiertag für Autofahrer - Radar-Blitzer werden 60 Jahre alt

Heinz Scholze steht in historischer Uniform und Winkerkelle vor einem 66 Jahre alten T1 VW-Bulli in der Oldtimersammlung von VW-Nutzfahrzeuge. Der damalige Polizeihauptwachtmeister und spätere Hauptkommissar gehörte zu den Teilnehmern des "2. Radarlehrgangs" im Jahr 1961 in Niedersachsen.
Heinz Scholze steht in historischer Uniform und Winkerkelle vor einem 66 Jahre alten T1 VW-Bulli in der Oldtimersammlung von VW-Nutzfahrzeuge. Der damalige Polizeihauptwachtmeister und spätere Hauptkommissar gehörte zu den Teilnehmern des "2. Radarlehrgangs" im Jahr 1961 in Niedersachsen.
Foto: Holger Hollemann/dpa

Hannover. Es ist ein heikles Datum für viele Autofahrer: Seit dem 15. Februar 1959 werden Raser auf Deutschlands Straßen von der Polizei mobil geblitzt - offiziell geschah dies erstmals in Nordrhein-Westfalen an einer Straße zwischen Düsseldorf und Ratingen.

Überhöhte Geschwindigkeit sei bis heute die Hauptunfallursache, sagte Polizeikommissarin Anouk Retzlaff von der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen. In dem Bundesland wurden Polizisten ab 1961 auf die mobile Radarmessung vorbereitet - und das erste Schulungsfahrzeug, ein VW-Bulli von 1953, wird jetzt Teil der Oldtimersammlung der Volkswagen-Sparte der leichten Nutzfahrzeuge.

Ende 2018 hatte VW den T1-Bulli erworben, der 54 Jahre fast unbeachtet in Scheunen und Garagen verbracht hatte.

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Bis 1957 gab es in Deutschland zwischenzeitlich kein Tempolimit für Autos und Motorräder - vor der Einführung der Radar-Messung wurden Raser mit Hilfe der Stoppuhr überführt. Nach ersten Versuchen mit dem Gerät 1957 in Düsseldorf, Hamburg und Ulm trat die Radarfalle ihren bundesweiten Siegeszug an.

Zuvor war die Zahl der jährlichen Verkehrstoten auf etwa 13.000 in die Höhe geschnellt - im vergangenen Jahr waren es nach Schätzung des Statistischen Bundesamts rund 3.200. Heute gibt es 4.666 fest installierte Starenkästen, in Niedersachsen sind es 508. (dpa)