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„Fanatische Wolfsbefürworter“ bedrohen Wolfsberater in Niedersachsen – das Land reagiert unerwartet

Ein Wolf
Ein Wolf
Foto: imago

Hannover. Seit der Rückkehr der Wölfe nach Niedersachsen streiten Befürworter und Gegner hitzig über die Tiere. Wolfsberater sehen sich dabei immer drastischer werdenden Beleidigungen und Drohungen ausgesetzt, wie die „Nordwest-Zeitung“ am Donnerstag berichtet.

„Fakt ist, dass die Anfeindungen durch die fanatischen Wolfsbefürworter deutlich krasser ausgeprägt sind als etwa durch Wolfsgegner“, sagte der Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft Niedersachsen, Raoul Reding, dem Blatt.

Bedroht und beleidigt: Land Niedersachsen entlässt Wolfsberater

Erst vor wenigen Tagen hatte das Umweltministerium einen bedrohten Wolfsberater im Landkreis Nienburg auf dessen Wunsch abberufen. Minister Lies hatte Behinderungen und Bedrohungen als inakzeptabel bezeichnet. Damit sei weder den betroffenen Nutztierhaltern, noch dem Artenschutz geholfen.

Die ehrenamtlichen Wolfsberater sollen interessierten Bürgern, Tierhaltern und Jägern mit Informationen zum Wolf helfen. Sie nehmen auch Spuren auf.

Für Schutzmaßnahmen gegen Wölfe sollen Tierhalter in Niedersachsen künftig mehr Geld vom Land bekommen. Die Förderung von Herdenschutzmaßnahmen sei nun zu 100 Prozent möglich, teilte das Umweltministerium am Mittwoch mit. Kosten für Zäune und Herdenschutzhunde übernahm das Land demnach wegen EU-Regelungen bisher nur bis zu 80 Prozent. „Konflikte mit Wölfen lassen sich durch flächendeckenden Schutz von nicht wehrhaften Weidetieren vermeiden“, sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD) laut der Mitteilung.

Niedersachsen habe mit mehreren anderen Bundesländern die EU-Kommission zur Änderung der betreffenden Regelungen aufgefordert, wodurch eine Anpassung der sogenannten Richtlinie Wolf möglich geworden sei. Die Förderung zum Herdenschutz ist laut dieser Richtlinie auf 30.000 Euro pro Jahr und Empfänger begrenzt. Sie darf 200 Euro nicht unterschreiten. (dpa)