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Kali-Halden belasten Grundwasser in Niedersachsen

In Niedersachsen gibt es sieben stillgelegte Kaliwerke - umgangssprachlich auch als "Kalimandscharo" bezeichnet (Archivbild).
In Niedersachsen gibt es sieben stillgelegte Kaliwerke - umgangssprachlich auch als "Kalimandscharo" bezeichnet (Archivbild).
Foto: imago/Steinach

Hannover. Die Abraumhalden stillgelegter Kalibergwerke in Niedersachsen belasten vielerorts das Grundwasser. An fünf der sieben Standorte seien die Grenzwerte für die Salz-Einleitung überschritten.

Das geht aus einer Antwort des Umweltministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion hervor. An den beiden übrigen Standorte gibt es noch keine Messergebnisse.

"Unser Ziel muss es sein, die Grundwasserqualität sicher zu stellen und den Salz-Eintrag perspektivisch auf Null zu bringen", sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Montag. "Durch die Abdeckung der Halden wird der Salz-Eintrag reduziert und langfristig zum Versiegen gebracht."

Grüne wollen Betreiber in Haftung nehmen

Die Grünen bemängeln indes, dass noch völlig offen sei, ob die Auswaschungen langfristig durch das Abdecken der Halden tatsächlich vermindert werden können.

"Stattdessen müsste das Land die Betreiber in Haftung nehmen, um die Salz-Auswaschungen zu stoppen und das Grundwasser zu sanieren", sagte die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion, Imke Byl, der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".

Zudem seien die Haldenabdeckungen ein profitables Geschäft für die Bergwerksunternehmen. Auf den Halden würden Bauschutt und belastete Böden abgelagert und für diese Entsorgung ließen sich die Betreiber bezahlen.

Umweltminister Lies betonte unterdessen, dass die Halden nicht mit einer Abfalldeponie vergleichbar seien und dort nur ungefährliches Material wie etwa im Straßenbau eingesetzt wird. Für das Einleiten salzhaltiger Abwässer verfügen die Bergwerksunternehmen an sämtlichen Standorten über eine zeitlich befristete Genehmigung. (dpa)