Region38 

Festnahme und Schock beim ASB Hannover: Chef soll 3 Millionen Euro Flüchtlings-Gelder veruntreut haben

Die humanitäre Organisation ist auch in der Flüchtlingshilfe aktiv, zum Beispiel betreut der ASB Schutzsuchende in Unterkünften oder hilft - wie hier in Idomeni - vor Ort (Archivbild).
Die humanitäre Organisation ist auch in der Flüchtlingshilfe aktiv, zum Beispiel betreut der ASB Schutzsuchende in Unterkünften oder hilft - wie hier in Idomeni - vor Ort (Archivbild).
Foto: ASB/Hannibal

Hannover . Der Hannoveraner Geschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bundes ist verhaftet worden, es geht um mögliche Millionen-Unterschlagungen aus einem Flüchtlings-Etat.

Ermittlungen gegen ASB-Boss in Hannover

Gegen Mohamed Abou-Taam werde wegen des Verdachts der Untreue in einem besonders schweren Fall ermittelt, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Außerdem würden dem 46-Jährigen Bestechlichkeit und Bestechung vorgeworfen.

"Es besteht der dringende Tatverdacht, dass der Mann fiktive Rechnungen gestellt hat", sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. "In Absprache mit dem Betreiber eines Sicherheitsdiensts für Bewachungsleistungen in Flüchtlings-Unterkünften wurden insgesamt mehr als drei Millionen Euro abgerechnet. Nach unseren Erkenntnissen wurden die abgerechneten Leistungen nie erbracht."

Mann sitzt in U-Haft und bestreitet Vorwürfe

Der Verdächtige bestreite die Vorwürfe und sitze in Untersuchungshaft, sagte Klinge. Gegen den zweiten Tatverdächtigen von dem Sicherheitsdienst werde ebenfalls ermittelt, doch sei er nicht in U-Haft genommen worden.

Am Mittwoch waren bei Durchsuchungen im Raum Hannover zahlreiche Datenträger und Unterlagen sichergestellt worden, wie die "Bild"-Zeitung am Donnerstag berichtete.

ASB hat Mitarbeiter rausgeworfen

Der ASB hat Abou-Taam gekündigt, wie der Verband mitteilte. Solange die Ermittlungen laufen, werde man zu dem Verdacht keine Stellung beziehen. "Der ASB wird selbstverständlich vollumfänglich kooperieren und unterstützt die behördlichen Ermittlungen", sagte Bundesgeschäftsführer Ulrich Bauch.

Unabhängig von den polizeilichen Ermittlungen werde man die ASB-internen Kontroll-Meechanismen auf den Prüfstand stellen und gegebenenfalls anpassen. (dpa/ck)