Region38 

Sturm Bennet wütet in der Region: Umgestürzte Bäume, umgeworfene Lastwagen, blockierte Bahnstrecken

Wie hier in Hannover sorgte das Sturmtief Bennet für Chaos in Niedersachsen.
Wie hier in Hannover sorgte das Sturmtief Bennet für Chaos in Niedersachsen.
Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Hannover. Umgestürzte Bäume, aus der Spur geworfene Lastwagen und blockierte Bahnstrecken: Sturm Bennet hat im Norden am Montag für Verkehrsbehinderungen und Sachschäden gesorgt, einige Autofahrer wurden bei Unfällen verletzt.

Am Flughafen Hannover setzten die Flugzeuge wegen des Windes in deutlicher Schieflage zur Landung an, die für die Piloten zu einer Herausforderung wurde. Für die Nordseeküste gab es eine Sturmflutwarnung, die aber am frühen Morgen wieder aufgehoben wurde.

In der Nacht zum Dienstag wird erwartet, dass das Hochwasser an der ostfriesischen Küste und im Wesergebiet etwa 1 Meter über dem mittleren Hochwasser liegt sowie im Elbegebiet und an der nordfriesischen Küste 1,50 Meter.

Hannover: Baum stürzt auf Lieferwagen

Allein in Hannover gab es für die Feuerwehr 20 unwetterbedingte Einsätze, wobei es um umgewehte Bäume, abgebrochene Äste und lose Dachziegel ging. Im Stadtteil Linden stürzte ein 25 Meter hoher Baum auf ein Auto und einen Lieferwagen, der dadurch schwer beschädigt wurde.

Mit einem Kran wurde der Baum entfernt, verletzt wurde niemand. In Isernhagen stürzte ein ähnlich hoher Baum auf ein Hausdach, auch hier rückte die Feuerwehr mit einem Kranwagen an.

Auf A392 in Braunschweig: Lkw einfach umgeweht

Auf der A392 in Braunschweig wurde ein Lastzug aus der Ukraine von heftigem Seitenwind erfasst und umgeworfen. Der Fahrer und die Beifahrerin kamen leicht verletzt ins Krankenhaus, der quer über allen Fahrspuren liegende Laster blockierte vorübergehend den Verkehr.

Auf der B71 bei Suhlendorf wurde ein Lkw-Gespann aus der Tschechischen Republik auf die Mittelleitplanke geweht. Der 32 Jahre alte Fahrer kam mit dem Schrecken davon.

In Fallersleben kippte ein rund 15 Meter hoher Baum auf ein Auto. Dessen Fahrer war zum Glück gerade ausgestiegen und blieb unverletzt.

ICE müssen über Braunschweig umgeleitet werden

Weil ein umgestürzter Baum die Bahnstrecke von Hannover nach Wolfsburg blockierte, musste der Regionalverkehr unterbrochen werden, während die ICE-Züge zwischen dem Ruhrgebiet und Berlin über Braunschweig umgeleitet wurden.

Dies führte zu Verspätungen von einer halben Stunde. Verzögerungen gab es auch auf der ICE-Linie von Stralsund über Hamburg und Hannover nach Karlsruhe sowie der IC-Verbindung von Norddeich über Hannover nach Dresden.

Brockenbahn kann wegen Okanböen nicht mehr fahren

Auch die Brockenbahn stellte wegen Orkanböen auf dem Gipfel des Harzes den Betrieb ein. Ob die Dampfloks am Dienstag wieder auf den Gipfel fahren könnten, war unklar.

Auf dem 1.141 Meter hohen Brocken wehten schon in der Nacht Orkanböen, wie ein Sprecher der Wetterwarte des Deutschen Wetterdienstes sagte. Am Montag wehte der Wind mit bis zu 140 Kilometern pro Stunde über den höchsten Berg des Mittelgebirges.

Das seien keine ungewöhnlichen Geschwindigkeiten für den Brocken, so der DWD-Sprecher. Bei minus einem Grad Celsius fiel auch Schnee. (dpa/ck)