Region38 

Saturn und Media Markt in Braunschweig, Wolfsburg und Co.: Müssen die Filialen auch schließen?

Media Markt und Saturn haben angekündigt, Stellen abzubauen und Filialen zu schließen. Auch in der Region38?
Media Markt und Saturn haben angekündigt, Stellen abzubauen und Filialen zu schließen. Auch in der Region38?
Foto: Armin Weigel/dpa

Braunschweig. Bei den Elektronikriesen Media Markt und Saturn droht ein massiver Stellenabbau. Der Mutterkonzern Ceconomy prüft das Streichen von bis zu 3500 Vollzeitstellen bei den beiden Handelsketten – vor allem im Ausland. Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 55 000 Mitarbeiter.

Doch ist das nicht alles. „Angesichts rückläufiger Kundenfrequenzen infolge der Covid19-Pandemie prüft der Konzern ferner, europaweit in begrenztem Umfang defizitäre Stores zu schließen“, hieß es vergangenen Woche in einer Mitteilung.

Könnte nach Galeria Karstadt Kaufhof der nächste Konzern Filialen in Niedersachsen schließen? News38 hat bei Saturn und Mediamarkt nachgefragt.

Saturn und Media Markt wollen Filialen schließen – wie steht es um die Region38?

Ziel der Konzernführung ist es, in dem lange Zeit sehr dezentral geführten Unternehmen, eine konzernweit einheitliche Organisationsstruktur einzuführen. Durch die damit verbundene stärkere Zentralisierung könnten zahlreiche Stellen wegfallen.

Vom Stellenabbau und der Schließung einiger Filialen erhofft sich die Konzernführung Einsparungen von knapp über 100 Millionen Euro pro Jahr. Eine Entscheidung über Durchführung und Umfang der Maßnahmen soll am Mittwoch fallen.

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Das ist Media Markt:

  • 1979 in München gegründet
  • Zentrale heute in Ingolstadt
  • 21,5 Milliarden Euro Umsatz (2018–2019)

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Doch schon jetzt geben beide Ketten Entwarnung für die Media Markt-Filialen in Braunschweig, Peine, Wolfsburg, Goslar und Gifhorn und die beiden Saturn-Filialen in Braunschweig und Wofsburg.

„Die Media Märkte und Saturn-Märkte in der Region38 sind über die Jahre zu Kundenmagneten geworden. Wir sind mit der Entwicklung zufrieden“, so eine Unternehmenssprecherin. Weiter sagt sie: „Zugleich ist jeder einzelne Markt dort fester Bestandteil der lokalen Einzelhandelslandschaft – und dies soll aktuell von unserer Seite aus auch in Zukunft so bleiben.“

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Das ist Saturn:

  • 1961 in Köln gegründet
  • Zentrale heute in Ingolstadt
  • 155 Filialen in Deutschland

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Corona-Krise stellt Elektro-Riesen vor große Probleme

Der Elektronikhändler sieht sich durch die Corona-Krise mit großen Problemen konfrontiert. Media Markt und Saturn konnten nach dem Ende der coronabedingten Ladenschließungen zwar schnell wieder Tritt fassen. Im Mai lagen die Umsätze des Handelsriesen mit 1,55 Milliarden Euro schon wieder um 3 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Im Juni übertrafen die Verkaufszahlen mit 1,75 Milliarden Euro den Vorjahreswert gar um 12 Prozent. Doch haben sich die Gewichte zwischen den Verkaufskanälen im Konzern unter dem Einfluss der Pandemie massiv verschoben.

Denn entscheidenden Anteil an dem schnellen Comeback der Elektronikketten hatte der Erfolg des Online-Geschäfts, das zwischen April und Juni um rund 145 Prozent wuchs und mittlerweile mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes liefert.

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Kunden meiden zur Corona-Zeit die Filialen

In den Filialen hingegen blieben viele Kunden fern. „Die Pandemie hat definitiv als Beschleuniger für unser Online-Geschäft gewirkt“ sagte Ceconomy-Chef Bernhard Düttmann deshalb im Juli.

Er kündigte schon damals an, das werde auch Auswirkungen auf die Zukunftsstrategie des Konzerns haben. „Die Märkte werden weiterhin eine wichtige Rolle in unserer Omni-Channel-Strategie spielen, aber wir müssen und werden uns an das veränderte Kundenverhalten anpassen“, kündigte Düttmann an. Das rückt nun offenbar näher, aber vorerst nicht in der Region38. (dpa/mb)