Salzgitter 

"Schlag ins Gesicht": 2.000 Stahlarbeiter machen Lärm

Rund 2.000 Beschäftige beteiligen sich an der Aktion.
Rund 2.000 Beschäftige beteiligen sich an der Aktion.
Foto: Rudolf Karliczek

Salzgitter. Rund 2.000 Beschäftigte in Salzgitter haben am Freitag, 10. März, im Tarifkonflikt in der nordwestdeutschen Stahlindustrie ihre Arbeit für einen Warnstreik niedergelegt. Sie versammelten sich zu einer Kundgebung an Tor 1 – inklusive Trillerpfeifen und Co.

"Wir machen unmissverständlich klar, dass wir mit dem Angebot der Arbeitgeber nicht zufrieden sind", sagte Matthias Wilhelm von der IG Metall am Freitag. Sollte es in der dritten Tarifrunde am 16. März in Düsseldorf kein verbessertes Angebot geben, scheue die Gewerkschaft vor weiteren Arbeitskampfmaßnahmen nicht zurück. Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall in Niedersachsen, ging sogar noch einen Schritt weiter und bezeichnete das Angebot als "Schlag ins Gesicht".

Es gebe aber gute Chancen, dass die derzeitigen Proteste Wirkung zeigten und die Arbeitgeber in der dritten Tarifrunde ein verbessertes Angebot vorlegten, hieß es von der IG Metall. Ein Sprecher der Salzgitter AG wollte sich zum Warnstreik und zum aktuellen Tarifkonflikt am Freitag nicht äußern.

Da ist noch Platz

In den Verhandlungen für die die 72.000 Beschäftigten in der nordwestdeutschen Stahlindustrie fordert die IG Metall 4,5 Prozent mehr Geld rückwirkend zum 1. März für zwölf Monate, sichere Altersteilzeit und faire Werkverträge. Das Angebot der Arbeitgeber lag zuletzt bei einem Lohnplus von 1,3 Prozent für 15 Monate.

Wilhelm unterstrich, dass die Altersteilzeit, dass einzige personalpolitische Instrument ist, um älteren Beschäftigten den vorzeitigen Ausstieg aus dem Erwerbsleben zu ermöglichen und jüngeren Beschäftigten damit eine dauerhafte Beschäftigungsperspektive in der Stahlindustrie zu geben.

"Die Arbeit im Stahlwerk ist körperlich und gesundheitlich sehr belastend, nur wenige Beschäftigte halten bis zum Erreichen des Rentenalters durch.", verdeutlichte Bezirksleiter Gröger, welchen Stellenwert die Altersteilzeit für die Arbeiter hat.