Salzgitter 

Ermittlungen nach Unfalltod: Drei Strafverfahren

Blumen liegen am Abend des 15. August am Unfallort in Salzgitter. Hier ist ein neunjähriges Mädchen von einem Bus erfasst und getötet worden.
Blumen liegen am Abend des 15. August am Unfallort in Salzgitter. Hier ist ein neunjähriges Mädchen von einem Bus erfasst und getötet worden.
Foto: Siegfried Denzel

Salzgitter. Nach dem tragischen Unfalltod eines neunjährigen Mädchens in Lebenstedt versucht die Polizei Salzgitter nach wie vor, die genauen Umstände zu klären – aber das gestaltet sich schwierig. Die Beamten teilten am Donnerstagnachmittag, 17. August, mit, dass sie bei der Zeugenvernehmung besonders behutsam sein müssten, weil sie auch viele Kinder befragen, die den Bus-Unfall miterleben mussten.

Keine Vorverurteilung

Weil es derzeit widersprüchliche Aussagen gebe, könne man den genauen Unfallhergang aber noch nicht zweifelsfrei rekonstruieren, so die Polizei. Zuletzt hatte es geheißen, dass das Mädchen Grün hatte. Gegen den 61-jährigen Busfahrer wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt - das sei aber ein Standardprozedere und keine Vorverurteilung, betont die Polizei.

Eine weitere polizeiliche Maßnahme richtet sich gegen die Verbreitung von Bildmaterial, das das verunglückte Mädchen am Unfallort zeigt. Laut Polizei wurde das Material insbesondere im Messengerdienst "WhatApp" verbreitet – "die Dimension der Verbreitung kann derzeit noch nicht abgesehen werden".

Drei Strafverfahren

Nachdem die Beamten einen öffentlichen Zeugenaufruf starteten, sei eine Vielzahl an Hinweisen eingegangen. Inzwischen seien drei Strafverfahren eingeleitet worden. Die Ermittlungen richteten sich derzeit noch gegen unbekannte Personen. Und: Die Auswertung der Hinweise gestalte sich zeitintensiv. Gleich mehrere Polizisten seien damit beschäftigt.

Die Polizei selbst konnte in den sozialen Medien bislang keine weiteren Fotos feststellen. In den Schulen Salzgitters laufen derzeit so genannte "Gefährde-Ansprachen". Sie sollen die Schüler sensibilisieren und bewirken, dass künftig keine derart pietätlosen Bilder mehr gemacht oder gar veröffentlicht werden.

Polizei und Staatsanwaltschaft kündigten an, rigoros gegen diejenigen vorzugehen, die das Bildmaterial veröffentlicht haben. Hierzu zähle ausdrücklich auch das Teilen in sozialen Medien.

Weitere Zeugen werden gebeten, sich telefonisch unter 05341/18970 mit der Polizei in Verbindung zu setzen.