Salzgitter 

Salzgitter zeigt Gesicht und klare Kante

Salzgitter. Fast so bunt wie der Herbst zeigt sich auch Salzgitter. Rund 150 Menschen haben sich am Samstagmittag, 14. Oktober, am Stadtmonument in Lebenstedt versammelt, um unter dem Motto "Gesicht zeigen!" klare Kante gegen jegliche Form von Rassismus und Vorurteile zu zeigen. Sowohl die Redner als auch die Zuschauer bekannten sich lautstark zu drei Grundpfeilern unserer Gesellschaft: Demokratie, Solidarität und Weltoffenheit.

Gegenwind für AfD

"Demokratie ist nicht selbstverständlich, man muss sie immer wieder neu erkämpfen", sagte Wolfgang Räschke (IG Metall Salzgitter-Peine) – und zitierte die Kriegserklärung der AfD Salzgitter, die die Demokratie als das "widerwärtigste System" bezeichnet hatte. "Wer so etwas heute behauptet, ist nicht ganz richtig in der Birne", so Räschke.

Er sei stolz auf das Miteinander in seiner Stadt, so Räschke. Immerhin lebten hier Menschen aus 120 Nationen Tür an Tür. Wie schon bei anderen Flüchtlingsbewegungen oder in der Zeit der Gastarbeiter sei es auch heute wieder die Aufgabe aller, die Neuankömmlinge zu integrieren: "Wir brauchen mehr Angebote in der Bildung, um die Menschen zu integrieren", forderte er.

Der Weg der AfD sei der falsche Ansatz. Die Partei suche mit ihrer "Sündenbock-Philosophie" Schuldige. Diese Ausgrenzung schüre nur noch mehr Hass. Räschke erinnerte auch noch einmal eindringlich an das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte: "So etwas darf nie wieder passieren!"

"Geht's noch?!"

In die gleiche Kerbe schlug auch Ratsmitglied Selahettin Ince (Die Linke). Er erinnerte zudem an die Gastarbeiter, die Deutschland und Salzgitter groß gemacht hätten. "Das dürfen wir nicht vergessen", so Ince. Emotional war die Ercan Kilics Rede. Der Grüne sagte, er sehe und höre in Salzgitter rechte Parolen auf offener Straße. Sein Konter: "Geht's noch?! Denkt ihr, wir überlassen euch unsere Stadt? Packt eure Koffer, ihr Kleingartenfaschisten!"

"Nährboden entziehen"

Stefan Klein (SPD) bezeichnete das Programm der AfD als "rückwärtsgewandt und demokratiefeindlich". Man müsse den Wählern auch klarmachen, dass die AfD sich gegen Sozialschwache und Arbeiter wendet. Gleichzeitig sagte Klein, dürfe man nicht nur gegen die AfD wettern. "Wir müssen und werden an den Symptomen arbeiten und denen den Nährboden entziehen", so der SPD-Politiker.

Bilder der Kundgebung: