Salzgitter 

Nach Explosion: So geht's den Evakuierten

Direkt unter dem Explosionsherd in der vierten Etage wohnen Sebastian Häntsch und Laura Weber. Das junge Paar ist erst einmal bei der Mutter des 24-Jährigen untergekommen.
Direkt unter dem Explosionsherd in der vierten Etage wohnen Sebastian Häntsch und Laura Weber. Das junge Paar ist erst einmal bei der Mutter des 24-Jährigen untergekommen.
Foto: Rudolf Karliczek

Salzgitter. Für Sebastian Jäntsch (24) und seine Freundin Laura Weber (19) schien es ein ganz normaler Samstagabend: Nach einer langen Arbeitswoche war das junge Paar ausgegangen - doch ihr Feiern endete abrupt.

Denn plötzlich klingelte das Handy - und ihr besorgter Vermieter erkundigte sich, wie's den beiden geht. Minuten zuvor hatte sich im Haus Kattowitzer Straße 239 eine heftige Gasexplosion ereignet. Wo genau, wusste der Eigentümer zu diesem Zeitpunkt noch nicht: "Er hatte befürchtet, dass es bei uns passiert ist", schildert Sebastian Jäntsch gegenüber news38.de

Eine Etage höher

Doch die Explosion hatte sich in der vierten Etage ereignet. "Wir wohnen in der dritten - direkt darunter", schildert der 24-Jährige. Der Abend war für ihn und Laura trotzdem gelaufen - obwohl die Feuerwehr ihren in der Wohnung zurückgelassenen Labrador-Mischling zwar etwas verstört, aber ansonsten unbeschadet gerettet hatte.

Denn an eine Rückkehr in ihre Wohnung war und ist erst einmal nicht zu denken: Feuerwehr und Polizei haben unmittelbar nach der Explosion das gesamte Haus evakuiert. Während die Bewohner der unteren Etagen inzwischen wieder zurückkehren konnten, nach wie vor aber weder Strom noch Gas haben, durften Sebastian und Laura am Sonntag in Polizeibegleitung lediglich Kleidung holen. Ähnlich sei es auch den Nachbarn in der gegenüber liegenden Wohnung gegangen.

Sachverständiger erwartet

Am Montag soll ein Sachverständiger das gesamte Haus und vor allem auch die Wohnung direkt unter dem Explosionsherd auf statische Schäden untersuchen. Doch zurückkehren will das Paar erst, wenn auch wieder Strom und Heizung funktionieren. "Ich bin Schichtarbeiter - ich möchte schon warm duschen können", begründet er. Untergekommen sind die beiden zunächst bei Sebastian Häntschs Mutter.

Bohren mitten in der Nacht

Auf die Besitzer der explodierten Wohnung indes ist er alles andere als gut zu sprechen - nicht allein wegen des Vorfalls vom Samstag: "Die haben die Wohnung renoviert und keine Rücksicht auf andere genommen." Da sei schon mal nachts um 2 oder 3 Uhr gebohrt worden, "ich habe schon öfter die Polizei geholt."

Obwohl die Polizei ausdrücklich noch von einer ungeklärten Explosionsursache spricht, steht für Sebastian Häntsch fest: Wahrscheinlich sei auch am Samstagabend wieder gebohrt worden - und kurz vor 21 Uhr "haben sie die Gasleitung getroffen".

Den insgesamt vier Verletzten wünscht der 24-Jährige zwar baldige Genesung. Sollte sich aber Fahrlässigkeit bei Renovierungsarbeiten als Ursache bestätigen, behält er sich Schadenersatzforderungen vor: "Da kommt ja einiges an Kosten zusammen."

Nach der Explosion: Die Feuerwehr sucht nach Verletzten

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Salzgitter 

Nach Explosion: Zwei Wohnungen unbewohnbar

In dieser Wohnung kam es zur Detonation.
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Foto: Rudolf Karliczek
  • Statiker überprüfen Mehrfamilienhaus.
  • Opfer weiterhin im Krankenhaus.
  • Ursache soll Montag feststehen.
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