Salzgitter 

Kurden-Demo: Zwischenfall nach Provokation

Die Polizei konnte die Lage schnell beruhigen.
Die Polizei konnte die Lage schnell beruhigen.
Foto: Rudolf Karliczek

Salzgitter. In Salzgitter ist die Soli-Demo für die von türkischem Militär angegriffene nordsyrische Kurden-Stadt Afrin eskaliert: Kurden griffen das Auto eines türkischstämmigen Mannes an. Im Vorfeld soll es von Seiten der Türken Provokationen gegeben haben, sagte der Einsatzleiter der Polizei.

Rund 600 Kurden waren am Freitag gegen den Einsatz türkischer Truppen in Nordsyrien auf die Straße gegangen. Unser Reporter berichtete vor dem Zwischenfall von einem lautstarken, aber überwiegend friedlichen Protest in der Lebenstedter Innenstadt.

Erst alles friedlich

Laut Polizei, die mit 40 Beamten vor Ort war, waren manche Teilnehmer auch von außerhalb gekommen. Größtenteils sei alles ruhig verlaufen, betont auch die Polizei. Nur das eine Mal habe der Aufzug aber gestoppt werden müssen – in der Neißestraße war das.

Zwischenfall mit Auto

Die Demonstranten gingen dort auf ein vorbeifahrendes Auto los. Der Einsatzleiter der Polizei sagte news38.de, dass es zuvor "vermutlich von türkischer Seite her Provokationen" gegeben hatte. Man habe die Situation aber schnell beruhigen können. Es wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Fahrer meldet sich

Gegenüber news38.de beteuerte der Fahrer des angegriffenen Wagens, "nicht provoziert" zu haben. Vielmehr sei er auf einer "nicht abgesperrten Straße" unterwegs gewesen, als mehrere aus dem Demonstrationszug sein Auto und ihn angriffen.

Dabei seien Scheiben eingeschlagen, die Karosserie zerbeult und die Fahrertür aufgerissen worden: "Die haben versucht, mich zu treten." Er sei zwar unverletzt geblieben, den Sachschaden an dem VW Beetle schätzt er aber auf rund 20.000 Euro.

"Solidarität mit Afrin"

Aus Veranstalterkreisen hieß es dagegen, es habe sich um "einen Angriff auf die Menschenmenge" gehandelt. "Das, was da gerade passiert ist, ist nicht unser Ziel", rief eine Vertreterin. "Unser Ziel ist Solidarität mit Afrin!"

Bilder der Demo: