Salzgitter 

Kinderbetreuung: Keine Kita-Plätze = Gratis-Tagesmutter

Wenn die Kommunen nicht genügend Kita-Plätze anbieten können, gibt's künftig ein Recht auf für Eltern kostenfreie Kinderbetreuung durch Tagesmütter (Symbolbild).
Wenn die Kommunen nicht genügend Kita-Plätze anbieten können, gibt's künftig ein Recht auf für Eltern kostenfreie Kinderbetreuung durch Tagesmütter (Symbolbild).
Foto: Franziska Kraufmann/dpa

Hannover/Salzgitter. Eltern in Niedersachsen können künftig ihre Kinder gebührenfrei von Tagesmüttern betreuen lassen, wenn die Kommune keinen Kita-Platz anbieten kann. Dies sei ein Ergebnis der Verhandlungen zwischen der Landesregierung und den kommunalen Spitzenverbänden über die Finanzierung der beitragsfreien Kita, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Donnerstag.

Die beitragsfreie Tagespflege ist für eine Zeit von drei Jahren geplant. Sie soll in Städten und Gemeinden zusätzliche Kapazitäten schaffen, in denen noch nicht genug Kindergartenplätze vorhanden sind. Das Land will diese Maßnahme mit 20 Millionen Euro finanzieren. Weitere 48 Millionen Euro sind für einen Härtefallfonds für Kommunen vorgesehen.

Harte Verhandlungen

Nach langen Verhandlungen hatten sich Vertreter von Land und Kommunen am späten Mittwochabend über die Finanzierung der beitragsfreien Kita in Niedersachsen geeinigt. Das zusätzliche Gesamtpaket wird aus Bundesmitteln finanziert und umfasst für die Zeit bis zum Sommer 2022 insgesamt 328 Millionen Euro.

Salzgitter-OB verhandelt mit

Mit am Verhandlungstisch saß der Oberbürgermeister von Salzgitter, Frank Klingebiel (CDU) - und zwar als derzeitiger Vizepräsident des niedersächsischen Städtetags. In einer ersten Reaktion sprach er von einer "gesellschaftspolitisch richtigen Entscheidung".

Salzgitter spart Millionen

Was nun auf Landesebene gelte, habe Salzgitter jedoch bereits auf eigene Kosten seit 2008 praktiziert. Die hoch verschuldete Stadt kann nun aber auf Millionen-Entlastungen hoffen: Für das Kita-Jahr 2018/2019 bringe die Einigung der Stadtkasse eine Ersparnis von "mindestens 4,2 Millionen Euro". Ab dem Kita-Jahr 2021/2022 seien es sogar 4,6 Millionen, erwartet Klingebiel.