Salzgitter 

Todesschüsse in Lebenstedt: Die Spur führt nach Osnabrück

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  • Opfer soll mit Täter einst in Osnabrück gelebt haben.
  • Nach Flucht vor dem Mann zeitweilige Bleibe in Wolfenbüttel.
  • Bluttat in Lebenstedt vor den Augen der Kinder.

Salzgitter. Es muss eine regelrechte Hinrichtung gewesen sein auf der Grünfläche vor dem Mehrfamilienhaus am Jägerweg in Lebenstedt: Der 38-Jährige Täter fährt am Montagabend in seinem weißen VW Golf vor, steigt aus, zückt die Waffe, zielt auf seine 30-jährige ehemalige Lebensgefährtin und drückt ab. Anschließend fährt er davon.

Drei oder vier Schüsse seien gefallen, berichten Zeugen. Polizeisprecher Matthias Pintak indes kann am Tag nach der Bluttat von Salzgitter "bislang nur zwei Schüsse" bestätigen.

Doch selbst wenn es nur zwei Schüsse gewesen sind: Sie reichten aus, um die 30-jährige Mutter zu töten und deren 32 Jahre alte Schwester schwer zu verletzen - offenbar vor den Augen weiterer Familienangehörigen und der vier 3- bis 6-jährigen Kinder des Todesopfers.

"Bestätigen Polizeiaktionen nicht"

Nach wie vor befindet sich der Täter auf der Flucht. Angeblich läuft derzeit eine Polizeiaktion in Osnabrück, wo die Familie einst gewohnt haben soll. Ein Polizeisprecher dort verwies auf Nachfrage auf die Zuständigkeit der Polizei Salzgitter. Deren Sprecher Matthias Pintak indes stellte klar, dass "wir Polizeiaktionen nicht bestätigen".

Zunächst im Frauenhaus

Auch die Frage, ob die Spur des Täters tatsächlich Richtung Osnabrück führt, ließ er unbeantwortet. Allerdings berichten Nachbarn, dass sich die 30-Jährige vor einiger Zeit von dem mutmaßlichen Todesschützen getrennt hatte, aus Osnabrück regelrecht geflüchtet und mit den gemeinsamen Kindern dann zunächst im Frauenhaus Wolfenbüttel untergekommen sei, bevor sie nach Salzgitter zog.

Gerichtstermin in Osnabrück

Nach Angaben des 34-jährigen Bruders des Opfers, Blerim Abazaj, war es noch am Montagmorgen in Osnabrück vor Gericht zu einem Aufeinandertreffen zwischen seiner Schwester und ihrem mutmaßlichen Mörder gekommen: Demnach habe es Streit um das Sorgerecht gegeben.

Unfassbar tragisch: Erst im Gerichtssaal habe der 38-Jährige die aktuelle Adresse seines späteren Opfers erfahren...

Nach Darstellung des Bruders habe der 38-jährige, albanischstämmige Mann noch vor Gericht gedroht: "Er hat auf Albanisch gesagt, dass sie das bereuen werde." Außerdem habe er direkt vor dem Gerichtsgebäude versucht, die Frau mit einem Transporter anzufahren.

Täter in der Islamisten-Szene?

Der 34-Jährige hält den mutmaßlichen Todesschützen zudem für einen Islamisten, der sich in Osnabrück zunehmend radikalisiert habe. Eine Stellungnahme der Polizei dazu liegt noch nicht vor.