Salzgitter 

Salzgitter schließt Freibad in Lebenstedt - ein bisschen

Das Stadtbad in Lebenstedt soll nach dem Willen der Ratsmehrheit um ein Ganzjahres-Außenbecken erweitert werden - als Ersatz für das bisherige Freibad.
Das Stadtbad in Lebenstedt soll nach dem Willen der Ratsmehrheit um ein Ganzjahres-Außenbecken erweitert werden - als Ersatz für das bisherige Freibad.
Foto: Siegfried Denzel
  • Bisheriges Freibad in Lebenstedt wird demontiert.
  • SPD, Grüne und Linke setzen als Ersatz Ganzjahres-Außenbecken durch.
  • Als Vorbild dient Freizeitbad "Welle" in Gütersloh.

Salzgitter. Das Freibad in Lebenstedt ist tot - es lebe das Freibad! Diesen zunächst kurios scheinenden Beschluss hat der Rat von Salzgitter am Mittwochabend gefasst.

Denn einerseits billigte das Stadtparlament den Vorschlag der Verwaltung, den Freibad-Betrieb am Stadtbad Lebenstedt aufzugeben und die Anlagen wie Nichtschwimmerbecken sowie Sprungbecken samt Sprungturm abzubauen. Andererseits aber nahm der Rat mit knapper 22:19-Mehrheit den gemeinsam von SPD, Grünen und Linken eingebrachten Antrag an, als Ersatz dafür ein Ganzjahres-Außenbecken zu planen und bauen zu lassen. Kosten: bis zu eine Million Euro.

Als Vorbild soll dabei das "Welle"-Bad in Gütersloh dienen: Dort gibt's ein neues Außenschwimmbecken mit drei 25-Meter-Bahnen, integrierten Liegemulden mit Massage-Strudeln sowie eine Wasserrutsche.

OB protestiert - vergeblich

Der Protest von Oberbürgermeister Frank Klingebiel (CDU), der auf die hohen Kosten für die mit mehr als 400 Millionen Euro verschuldete Stadt Salzgitter verwies, konnte die Mehrheit nicht überzeugen: Linken-Fraktionschef Hermann Fleischer argumentierte mit dem Außenbecken im Thermal-Solebad in Salzgitter-Bad - dieses sei ein Gäste-Magnet. Ähnliches sei von einer solchen Anlage in Lebenstedt zu erwarten.

Und sein SPD-Amtskollege Ulrich Leidecker sieht das Ganzjahres-Außenbecken für Lebenstedt als Beitrag zur Lebensqualität. CDU und FDP machten jedoch eine andere Rechnung auf: "Unvernünftig" sei das Vorhaben, und FDP-Ratsfrau Renate Conze befürchtet, dass die als Obergrenze angepeilte Million "bei weitem nicht reicht".

Wegen der laufenden Modernisierung des Stadtbads Lebenstedt war schon seit Ende der Saison 2015 kein Freibadbetrieb mehr möglich. Die Betriebsführung der städtischen Bäder sowie die Stadtverwaltung sahen die Wiederaufnahme als unwirtschaftlich an.