Salzgitter 

Mord in Salzgitter: Anklage noch im Sommer

Am Abend des 28. Mai: Ein Notarztwagen steht vor dem Haus ihrer Familie, vor dem die Frau erschossen wurde.
Am Abend des 28. Mai: Ein Notarztwagen steht vor dem Haus ihrer Familie, vor dem die Frau erschossen wurde.
Foto: Rudolf Karliczek
  • Ex-Lebensgefährte soll 30-Jährige auf offener Straße erschossen haben.
  • Staatsanwaltschaft: Anklage Ende August/Anfang September fertig.
  • Beschuldigter schweigt weiter eisern.

Salzgitter/Braunschweig. Nach dem Mord an der 30-jährigen Emine A. Ende Mai in Salzgitter-Lebenstedt will die Staatsanwaltschaft Braunschweig noch im Sommer Anklage gegen ihren Ex-Lebensgefährten Anton B. erheben. "Ende August/Anfang September" sei mit der Anklage zu rechnen, teilte Staatsanwaltschafts-Sprecher Christian Wolters auf Nachfrage von news38.de mit.

Schüsse auf offener Straße

Der 38-Jährige steht unter dringendem Verdacht, am Abend des 28. Mai nach einem Sorgerechtsstreit um die beiden gemeinsamen Kinder die Frau in Lebenstedt auf offener Straße erschossen zu haben - vor den Augen ihrer entsetzten Familie. Am Vormittag noch hatte das Amtsgericht Tecklenburg zugunsten des späteren Opfers entschieden.

Anton B. schweigt

Bei der Vorbereitung der Anklage muss die Staatsanwaltschaft ausschließlich auf die Erkenntnisse der Spurensicherung sowie auf Zeugenaussagen setzen: Anton B. sitzt seit dem 30. Mai in Untersuchungshaft - er habe sich aber bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert, berichtete Wolters und fügte hinzu: "Damit ist nach meiner Einschätzung vor einer Hauptverhandlung auch nicht mehr zu rechnen."

Fotos vom Tat-Abend

Teil der Islamisten-Szene?

Unklar ist nach wie vor die Verbindung des 38-Jährigen zur Salafisten-Szene in Osnabrück. Der Staatsanwaltschaft "liegen keine gesicherten Erkenntnisse darüber vor", ob und in welchem Ausmaß er sich radikalisiert habe und ob er sich - wie von der Familie des Opfers beschrieben - mit den Kindern in von der Terrormiliz IS beherrschte Gebiete absetzen wollte.

Zwar hatte das Amtsgericht Tecklenburg aus Sorge um die Sicherheit der 30-Jährigen nach der Sorgerechts-Verhandlung Polizeigeleit für die Frau angefordert. Unter anderem soll Anton B. durch häusliche Gewalt aufgefallen sein. Doch vor der Bluttat von Lebenstedt sei der Mann "nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten", betonte Wolters.

Die beiden Kinder befinden sich nach Informationen von news38.de in Obhut der Familie des Opfers.