Salzgitter 

Gegen das Vergessen: Salzgitter erinnert an Frauen-KZ

Die Vorsitzenden des Arbeitskreises Stadtgeschichte, Krimhild Weber-Rothmaler  (Mitte, rechts vom Schild) und Eva Freudenstein (6. Von rechts), Kulturdezernent  Eric Neiseke (5. Von rechts) und Vertreter der Stadtverwaltung Salzgitter übergaben die Tafeln der Öffentlichkeit.
Die Vorsitzenden des Arbeitskreises Stadtgeschichte, Krimhild Weber-Rothmaler (Mitte, rechts vom Schild) und Eva Freudenstein (6. Von rechts), Kulturdezernent Eric Neiseke (5. Von rechts) und Vertreter der Stadtverwaltung Salzgitter übergaben die Tafeln der Öffentlichkeit.
Foto: Stadtverwaltung Salzgitter

Salzgitter-Bad. Wenig deutete bisher auf dem unscheinbaren Parkgelände am Union-Sportplatz in Salzgitter-Bad darauf hin, aber hier war zur Zeit des Nationalsozialismus das Arbeitslager Salzgitter. Jetzt erinnern zwei Gedenk- und Informationstafeln der Stadtverwaltung an die vergangene Zeit.

Viele Frauen im Lager

Ab 1942 unter dem Namen "Lager 43" geführt, war die Anlage Bestandteil des Konzentrationslagers Neuengamme bei Hamburg. Es diente vor allem der ortsansässigen Bergbau AG als Zivilarbeitslager und war deshalb mit vielen politischen Häftlingen gefüllt.

1944 überstellte die SS insgesamt knapp 500 -vor allem polnische- Frauen aus Ravensbrück nach Salzgitter-Bad. Durch schwere Arbeit, Mangelernährung und schlechter hygienischer Umstände starben viele von ihnen meist wenig später.

Vorarbeit geleistet

Seit 1994 erinnert dank privater Spender bereits ein Gedenkstein an die Opfer des Frauen-Konzentrationslagers. Die jetzt aufgestellten Tafeln vertiefen die Informationen, indem sie neben der Geschichte des Lagers jetzt auch die Schicksale zweier Insassinnen beschreiben.

In einer feierlichen Zeremonie wurden die neuen Gedenkschilder am heutigen Dienstag in der Öffentlichkeit eingeweiht. Anwesend waren neben den Vorsitzenden des Arbeitskreises "Zeitgeschichte" Krimhild Weber-Rothmaler und Eva Freudenstein auch Kulturdezernent Eric Neiseke und Vertreter der Stadt.