Salzgitter 

Anti-Atom-Treck: Bunt unterwegs in Sachen Widerstand

Beim Anti-Atom-Treck wird fahrend gegen die Asse und Schacht Konrad protestiert. Stefanie Schlensog, Claus Schröder und Ludwig Wasmus haben die Veranstaltung organisiert.
Beim Anti-Atom-Treck wird fahrend gegen die Asse und Schacht Konrad protestiert. Stefanie Schlensog, Claus Schröder und Ludwig Wasmus haben die Veranstaltung organisiert.
Foto: Lara Hann

Salzgitter/Peine/Braunschweig. "Asse leerräumen - Konrad aufgeben" - unter diesem Motto ziehen am Samstag, 20. Oktober, Rad-, Auto- und Treckerfahrer von Lebenstedt bis Peine.

Mit bunt dekorierten Gefährten wollen die Teilnehmer des "Anti-Atom-Trecks" dabei gegen die niedersächsische Atom-Politik demonstrieren. Insgesamt soll die Veranstaltung mit Zwischenstopp in Vechelde etwa sechs Stunden dauern.

Auffällige Fahrzeuge unterwegs

"Die Meisten werden nicht am kompletten Treck teilnehmen. Es ist aber überall auf der Strecke möglich dazuzustoßen", erklärt Claus Schröder vom Verein AG Schacht Konrad. Einzige Voraussetzung dafür ist, dass die Fahrzeuge klar erkennbar zum Treck dazugehören. Aufkleber, Fahnen, Aufbauten - alles ist dabei möglich.

Der Treck beginnt um 10 Uhr vor dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter-Lebenstedt. Von da aus geht es über Broistedt, Lengede, Vallstest, Köchingen, Vechelde, Vechelade, Wahle, Fürstenau und Woltdorf nach Peine zur Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE). Dort soll um 15.30 Uhr die Abschlusskundgebung stattfinden.

Für Sicherheit ist gesorgt

Um für die Sicherheit der Teilnehmer zu sorgen, werden die befahrenen Straßenabschnitte gesperrt. Außerdem gibt es eine festgelegte Fahrtreihenfolge. Die Fahrräder fahren voraus und geben die Geschwindigkeit an. Darauf folgen die Trecker und am Ende die Autos. "Wir setzen zwar auf Sicherheit, aber der Spaß soll bei der Aktion auf keinen Fall verloren gehen", sagt Stefanie Schlensog, die den Verein AG Schacht Konrad unterstützt.

In Vechelde stößt noch ein weiterer Fahrradtreck zur Gruppe dazu. Dieser startet um 10.50 Uhr in Braunschweig auf dem Schlossplatz.

Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es hier.

Hintergrund der Veranstaltung

"Ursprünglich sollte die Veranstaltung unter dem Titel 'Behörden-Umzug' laufen", erklärt Ludwig Wasmus vom Verein AG Schacht Konrad. 2017 wurden Aufgaben des BfS an die BGE abgetreten, die unter anderem Schacht Konrad und die Asse betreffen. Dass eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung im Zusammenhang mit dem Thema Atommüll steht, sei "merkwürdig".

Gefordert werden bei der Veranstaltung, dass das Projekt Konrad aufgegeben und außerdem alle vorhandenen Ressourcen auf die schnellstmögliche - sichere - Rückholung des Atommülls aus der Asse konzentriert werden müssen.

Durch die Verzögerungen bei der Planung und dem Ausbau von Schacht Konrad seien die geschätzten Kosten für das Projekt auf 4,2 Milliarden Euro gestiegen. Für den Verein AG Schacht Konrad steht fest, dass es "unsinnig ist in eine unsinnige Anlage noch mehr Geld zu stecken"