Salzgitter 

Notarzt aus Salzgitter packt aus - von Biene-Maja-Pflaster bis Horror-Unfall

Christoph Schenk ist als Notarzt in der Region38 tätig - seine Erlebnisse hat er veröffentlicht.
Christoph Schenk ist als Notarzt in der Region38 tätig - seine Erlebnisse hat er veröffentlicht.
Foto: ingo hoffmann / partnerdesign.de
  • Schreibender Notarzt legt neues Buch vor.
  • Lesung am 1. November in der Stadtbibliothek.
  • Kuriose Geschichten - und tragische Fälle.

Salzgitter/Wolfenbüttel. Wenn das Telefon klingelt, ist er zur Stelle - Christoph Schenk ist Notarzt in Salzgitter und Umgebung. Der Unfall- und Allgemeinchirurg aus Wolfenbüttel erlebt traurige, gruselige und auch lustige Einsätze, die er nun in seinem neuen Buch veröffentlicht hat.

Fast ist der Finger ab

"Zwischen Leben und Tod" heißt sein neuestes Werk, das die interessantesten Einsätze zusammenfasst. Ein Beispiel: "Im Sommer war ich auf einem Metal-Festival als Notarzt im Einsatz. Völlig aufgelöst kam ein kerniger Typ in schwarzer Kutte, mit langem Haar und Bart zur Sanitätsstation", erzählt der 52-Jährige news38.de.

"Mit einem Lappen um den Finger gewickelt, flehte er uns an, seinen Finger zu retten. Er konnte gar nicht hinschauen, als ich den Lappen entfernte - dabei hatte er nur einen kleinen Kratzer. Ein Sanitäter brachte ihm ein Biene-Maja-Pflaster und er konnte die Station verlassen."

Horrorgeschichten sind der Hit

Laut Christoph Schenk besteht der Alltag eines Notarztes zu 90 Prozent aus internistischen und neurologischen Notfällen, die häufig lebensbedrohlich sind. Ungefähr fünf Prozent sind Fälle mit Kindern, und - glücklicherweise - nur zwei bis drei Prozent machen schwere Unfälle aus.

Auf Facebook lässt er seine Follower darüber abstimmen, welche Storys sie lesen wollen: "Fast immer werden die Horrorgeschichten ausgewählt", so Christoph.

Geschichten gibt's im Blog und Buch

Seine Erlebnisse veröffentlicht er dann in seinem Blog. Dort sind die aktuellsten drei Geschichten für kurze Zeit zu lesen - mehr Lesestoff gibt es nur in seinen Büchern. Zu seinem ersten Buch "Viva la Reanimation" hat ihn ein Blog-Leser überredet: "Er war es leid, meine Geschichten kleingeschrieben zu lesen und meinte da, müsste mal eine professionelle Hand ran", sagt der Mediziner.

Bei einer Autorenlesung am 1. November ab 19 Uhr liest er in der Stadtbibliothek Salzgitter traurige, aber auch kuriose Geschichten aus seinem zweiten Buch vor.

Chistoph Schenk im Einsatz:

Vom Chirurgen zum Notarzt

"Ich habe Medizin studiert, weil der Vater meiner ersten Freundin immer spannende Geschichten auf seinem Alltag als Arzt erzählt hat", so Chistoph. "Studiert habe ich in Marburg. In Stuttgart wurde ich zum Allgemeinchirurgen und in Lebenstedt zum Unfallchirurgen."

Zwischen 2007 und 2015 war er als Notarzt in der Schweiz tätig - auch aus dieser Zeit hat er Geschichten aufgeschrieben. Weil aber sein Privatleben in der Region38 stattfindet, hat er den Job dort aufgegeben.