Salzgitter 

Protest bei Cargill in Salzgitter – und das Unternehmen verteidigt sich

Foto: Rudolf Karliczek

Salzgitter. Spontane Protest-Aktion bei Cargill in Salzgitter. Am Dienstagvormittag haben sich 18 Umwelt- und Tierrechtsaktivsten aus ganz Deutschland vor dem Gelände in Beddingen versammelt. Unter anderem machten sie mit Bannern und Absperrbändern auf ihr Anliegen aufmerksam. Auch die Polizei war vor Ort.

Anti-Cargill-Aktivist in zwei Metern Höhe

Auf den Bannern stand: "Ausbeutung von Mensch, Tier und Natur beenden; Stoppt die Rodung, die Ausbeutung und den Klimawandel". Zusätzlich wurden aufblasbare, silberfarbene Quader aufgestellt. Mitten in der Zufahrt hatten die Aktivisten ein Dreibein aufgestellt - in etwa zwei Metern Höhe saß ein Aktivist.

Cargill im Fokus der Aktivisten

Eine Aktivistin sagte news38.de, das Ziel der Aktion sei, darauf aufmerksam zu machen, dass Cargill eine große Rolle im weltweiten Agrarhandel spielt. "Das Unternehmen ist mitverantwortlich für Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen", so die Aktivistin.

Tropenholz in Südamerika abgeholzt?

Eine aktuelle Studie belege, dass Cargill Futtermittelanbau in Südamerika betreibt und dort Tropenholz abrodet. Als Soja gelange das Ganze dann auch in die deutschen Futtertröge, unter anderem als Hauptfuttermittel für Masthähnchen.

Fotos der Protest-Aktion:

Zwei Stunden friedlicher Protest

Nach einem Gespräch der Polizei mit den Teilnehmern wurde die Aktion nach etwa zwei Stunden beendet. Alle Personen verließen daraufhin den Zufahrtsbereich. Alles blieb friedlich.

Das sagt Cargill zu den Vorwürfen

Das US-Unternehmen sitzt seit 1993 in Salzgitter. Nach eigenen Angaben werden in dem Werk Rapsöl, Rapsschrot und Braumalz hergestellt. Cargill reagierte am Nachmittag auf die "nicht angemeldete Protestaktion mit allgemeinen Vorwürfen".

Synthese aus Wald und Landwirtschaft

Die Rolle des Unternehmens in landwirtschaftlichen Lieferketten sei mit erheblicher Verantwortung verbunden. Wälder und Landwirtschaft könnten und müssten nebeneinander existieren, "um die Gesundheit der Menschen und des Planeten zu erhalten", so Sprecherin Karin Stickelbroeck.

"Darüber hinaus beeinflussen die Wälder die Bereitstellung von Lebensgrundlagen für Millionen von Farmern, sowie die Sicherstellung der Lebensmittelversorgung einer wachsenden globalen Bevölkerung", argumentiert Cargill.

Erklärtes Ziel ist 2030

Man sehe sich weiterhin dazu verpflichtet, "durch eine Reihe zeitgebundener Aktionen, unsere gesamten landwirtschaftlichen Lieferketten so zu verändern, dass sie bis 2030 frei von Abholzung sind."