Salzgitter 

Lederkutte, Tattoos, Schere: Barber Angels verpassen Obdachlosen neuen Look

Barber Angels in Salzgitter - das sagt Petra

Die Barber Angels haben Menschen in Salzgitter besucht und ihnen eine Freude gemacht.

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Salzgitter. Schwarze Leder-Kutten, tätowierte Körper und ein eigenes Wappen. Die "Barber Angels" kommen daher wie eine Motorrad-Gang. Doch statt Lenker und Bremse halten die Mitglieder der selbst ernannten Bruderschaft Kamm und Schere in der Hand.

Denn die "Barber Angels" sind ein Zusammenschluss von Friseuren. Und die sorgen sich um das Wohl von Bedürftigen. Bei vielen Gelegenheiten versammeln sich die Mitglieder, um etwa Obdachlosen einen kostenlosen Haarschnitt zu verpassen. "Weil wir uns um die Not unserer Mitmenschen scheren", lautetet ihr Slogan.

Am Samstag kamen sie auf Einladung von Koch Ralf Richter ins SOS-Mütterzentrum in Salzgitter.

"Barber Angels" als Teil einer besonderen Veranstaltung in Salzgitter

"Gans köstlich" heißt die Veranstaltung, bei der 160 Bedürftige aus dem Raum Salzgitter zu Tisch gebeten werden. Denn an diesem vorweihnachtlichen Samstag soll es das komplette Wohlfühl-Paket geben – nicht nur einen kostenlosen neuen Haarschnitt und eine Rasur, sondern auch einen leckeren Schmaus mit Gänsekeule und Rotkohl.

Die Kosten dafür übernimmt Ralf Richter, "weil ich den Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, etwas bieten möchte, was sie sich sonst vielleicht nicht leisten können", so der Veranstalter.

Die Fotos:

Bruderschaft mit Spenden im Gepäck

Für die "Barber Angels" soll die bunte Veranstaltung mit Musikbeiträgen und Second-Hand-Markt nicht die einzige Veranstaltung an diesem Wochenende sein.

"Wir haben allein in Niedersachsen gleich vier Einsätze an drei Tagen", so Ehrenmitglied Gaby Günther und weiter: "Wir bedienen bis zu 3.400 obdachlose und bedürftige Gäste." Das 60-köpfigeTeam sei an diesem Wochenende aus elf Bundesländern angereist. Mit im Gepäck: Gespendete Pflegeprodukte des Drogeriemarkts "dm" sowie kostenlose Sonnen- und Lesebrillen von "Apollo-Optik".

Der kaum zu beschreibende Zusammenhalt führe die Mitglieder der Bruderschaft immer wieder zusammen: "Wenn man schon die Kutten sieht von Weitem, dann weiß man: 'Der ist genauso wie ich'. Ob das jetzt positiv oder negativ ist, sei mal dahingestellt", scherzt Günther.

Darüber sollte es unter den 160 geladenen Gästen an diesem Samstag jedenfalls keine zwei Meinungen geben. (ak)