Salzgitter 

Polizei Sachsen prüft Anfangsverdacht: AfD Salzgitter löscht Tweet

Dieser Tweet wurde inzwischen gelöscht.
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Foto: imago/ZUMA Press/Collage
  • Polizei Sachsen prüft Verdacht gegen AfD Salzgitter.
  • Es geht ums Verbreiten von Fake News im Netz.
  • Und um die Würde einer getöteten Frau.

Salzgitter. Die Polizei Sachsen prüft Ermittlungen gegen die AfD Salzgitter. Hintergrund ist ein inzwischen gelöschter Tweet des Kreisverbands zum Fund einer Frauenleiche im sächsischen Freiberg.

Die Polizei prüft den Anfangsverdacht der Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener. "Zudem wird der Sachverhalt der Staatsanwaltschaft zur rechtlichen Bewertung vorgetragen. Eine Einschätzung liegt noch nicht vor", sagte Polizeisprecherin Jana Ulbricht zu news38.de. Zuvor hatten unter anderem die "Salzgitter Zeitung" und tagesschau.de darüber berichtet.

AfD Salzgitter verbreitet Fake News

Die AfD Salzgitter hatte am Samstag einen erfundenen Hetz-Artikel eines rechtsradikalen Blogs retweetet und geschrieben "Erst wurde die 'Kuffar-Schlampe' wie ein Stück Vieh durchvergewaltigt, dann geschlachtet und wie Müll im Straßengraben entsorgt?" – und den Fall mit Flüchtlingen in Verbindung gebracht.

Polizei Sachsen reagiert bei Twitter

Daraufhin wies die Polizei Sachsen die AfD zurecht: "Da haben Sie sich ja die seriöseste Quelle rausgesucht zum zitieren. Haben Sie sonst noch etwas Produktives beizutragen oder belassen Sie es beim Verbreiten von Fake News?" Man ermittle und beteilige sich nicht an den "wilden Spekulationen oder widerlichen Zitaten".

Polizei: "Absolut pietätlos"

Insgesamt kämpfte die Polizei Sachsen in den sozialen Netzwerken gegen das Verbreiten von Unwahrheiten: "Bitte unterlassen Sie die Verbreitung solcher Fake News! Es ist für Angehörige schlicht unerträglich, solche absurden Theorien ertragen zu müssen. Warum missbrauchen Sie den Tod einer Frau so für Ihre Zwecke? Absolut pietätlos."

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Tatverdächtiger bringt sich um

Inzwischen steht laut Polizei fest, dass die 35-Jährige tatsächlich getötet wurde. Der mutmaßliche Täter stamme aus ihrem Umfeld und habe sich nach der Tat selbst das Leben genommen. Beim Opfer und dem Tatverdächtigen handle es sich um Deutsche. Die AfD Salzgitter hat ihren Tweet inzwischen wieder entfernt. (ck)