Salzgitter 

Plädoyers nach tödlichen Kopfschüssen in Salzgitter – "Protokoll einer geplanten Hinrichtung"

Hier, im Jägerweg in Salzgitter, starb die Frau im Mai vergangenen Jahres.
Hier, im Jägerweg in Salzgitter, starb die Frau im Mai vergangenen Jahres.
Foto: Rudolf Karliczek

Braunschweig/Salzgitter. Für einen tödlichen Kopfschuss auf seine frühere Freundin vor den Augen der vier gemeinsamen Kinder hat die Anklage lebenslange Haft für den Angeklagten gefordert.

Die Verhandlung am Landgericht Braunschweig bezeichnete Staatsanwalt Hans Christian Wolters am Dienstag als "Protokoll einer geplanten Hinrichtung".

Der damals 38-Jährige soll im Mai 2018 die 30 Jahre alte Frau in Salzgitter erschossen haben, nachdem diese das Sorgerecht für die Kinder bekommen hatte und ihm nur ein Umgangsrecht eingeräumt worden war.

Der mutmaßliche Schütze und das Opfer stammen aus dem Kosovo. Am Tattag soll der Mann nach der Gerichtsentscheidung im nordrhein-westfälischen Tecklenburg seiner ehemaligen Lebensgefährtin gedroht haben.

Artikel über die Tat:

Schwester überlebte einen Schuss

Am Abend soll er sich auf den Weg in den Jägerweg in Lebenstedt gemacht haben, wo die Frau und ihre Familie wohnten. Auf der Straße soll er der Frau in den Kopf geschossen haben. Die 30-Jährige starb noch am Tatort. Ihre Schwester überlebte einen Schuss in die Hüfte, ein weiteres Projektil verfehlte den Kopf des Großvaters knapp.

Bilder vom Tatort:

Für die Anklage handelt es sich um Mord aus niedrigen Beweggründen. In seinem Plädoyer forderte Staatsanwalt Wolters auch die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld, um eine mögliche vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren zu verhindern.

Urteil soll morgen fallen

Die Nebenkläger schlossen sich dem im Wesentlichen an. Der Verteidiger plädierte auf eine Gesamtstrafe von zehn Jahren. Das Urteil soll am Mittwoch fallen. (dpa)