Salzgitter 

Salzgitter: Steuerbescheid macht Angst – zu Unrecht, sagt die Stadt

Symbolbild
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Foto: imago/Christian Ohde

Salzgitter. In Salzgitter gibt es derzeit Verwirrung um von der Stadt versandte Grundsteuerbescheide. Mehrere User haben news38.de geschrieben, dass sie den Bescheid nicht verstehen. Sogar von Angst war die Rede. Verwirrend war etwa die Angabe "Hebesatz 540%".

Verwirrung und Angst in Salzgitter

Die Stadt Salzgitter versucht am Donnerstag in einem Schreiben, die Verständnisprobleme aufzuklären. Und sie gibt zu, dass es sich hierbei tatsächlich um ein Problem handelt, das dem Steuerrecht geschuldet ist – "und das für Laien oft unverständlich und verwirrend ist".

Das grundsätzliche Problem sei, dass ein Grundsteuerbescheid - einmal ausgestellt - so lange gilt, bis es eine Änderung bei der Höhe der Grundsteuer gibt. Dann werde ein neuer Bescheid versandt. Das ist jetzt passiert.

Grundsteuerbescheid bezieht sich nur auf 2019

Das heiße aber auch: Der Grundsteuerbescheid von 2019 bezieht sich tatsächlich nur auf das Jahr 2019. Was also im vergangenen Jahr gezahlt wurde, werde hier nicht ausgewiesen. Anders ausgedrückt: In 2019 muss erst am 15. Februar beziehungsweise - wenn so beantragt - am 1. Juli zum ersten Mal Grundsteuer gezahlt werden.

Der Bescheid sagt also nicht aus, dass in den Vorjahren schon etwas gezahlt wurde. Um aber die Beträge beziehungsweise Hebesätze mit dem Vorjahr vergleichen zu können, müssen die Betroffenen den zuletzt erhaltenen Bescheid zur Hand nehmen.

"Eine andere Darstellung im Jahresbescheid ist aus verfahrenstechnischen Gründen derzeit leider nicht möglich", schreibt die Stadt.

Stadt Salzgitter rechnet vor

Bis zum Ende lag der Hebesatz bei 430 vom Hundert (v. H.), jetzt bei 540. Die Stadt versucht anhand einer Beispielrechnung für etwas Beruhigung zu sorgen:

  • Eine Familie besitzt ein Einfamilienhaus auf einem Grundstück in Salzgitter.
  • Das zuständige Finanzamt ermittelt für das Gebäude einen Einheitswert von 30.000 Euro.
  • Die Grundsteuer-Messzahl für dieses Einfamilienhaus beträgt laut Grundsteuergesetz 2,6 Promille.
  • Der neue Hebesatz in Salzgitter ab 2019 beträgt 540 v. H.

Die Berechnung der Grundsteuer erfolgt nach dieser Formel:

  • Einheitswert x Grundsteuermesszahl* = Grundsteuermessbetrag
  • Grundsteuermessbetrag x Hebesatz = Jahresgrundsteuer

Für das fiktive Beispiel ergeben sich folgende Werte:

  • 30.000 Euro x 2,6 Promille = 78 Euro
  • 78 Euro x 540 Prozent = 421,20 Euro

Im Rechenbeispiel müsste von der Eigentümer also 421,20 Euro Grundsteuer im Jahr zahlen. (ck)