Salzgitter 

Streik in Salzgitter: Den Stahlkochern reicht's

Die Mitarbeiter waren am Donnerstag vor das Werkstor der Salzgitter AG gezogen.
Die Mitarbeiter waren am Donnerstag vor das Werkstor der Salzgitter AG gezogen.
Foto: Rudolf Karliczek

Salzgitter. Zum Auftakt der Warnstreiks in der niedersächsischen Stahlindustrie haben rund 3.000 Beschäftigte der Salzgitter AG die Arbeit niedergelegt. Am Donnerstagvormittag waren Mitarbeiter diverser Unternehmen vor das Werkstor der Salzgitter AG gezogen.

So sammelten sich unter anderem auch Beschäftigte der Verkehrsbetriebe Peine, von Mannesmann oder Volkswagen. Die Kollegen seien "alle ziemlich erbost", weil die Arbeitgeber noch kein Angebot vorgelegt hätten, sagte eine IG-Metall-Sprecherin.

Runde 3 ohne Ergebnis

Unterstützt wurden die Warnstreikenden von solidarischen Delegationen aus den Peiner und Ilsenburger Betrieben der Salzgitter AG ebenso wie von Kollegen aus den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie und von Volkswagen in Salzgitter.

Die Stahl-Arbeitgeber hatten auch in der dritten Tarifverhandlung der nordwestdeutschen Eisen- und Stahlindustrie am vergangenen Freitag kein Angebot vorlegt. Hasan Cakir, Konzernbetriebsratsvorsitzender der Salzgitter AG, bezeichnete die Haltung der Arbeitgeber als große Unverschämtheit.

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"Die Arbeitgeber müssen nicht so tun, als wäre unsere Tarifforderung nicht klar und verständlich," erklärte er weiter, schließlich hätten die Vertreter der IG Metall die Forderung mehrfach hinreichend erklärt. Angesichts der besseren Jahre in der Stahlindustrie erwarten die Beschäftigten eine deutliche Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen.

Der IG Metall Verhandlungsführer und Bezirksleiter NRW, Knut Giesler betonte auf der Kundgebung: "Beim Thema Arbeitszeit haben einige Arbeitgeber die Zeichen der Zeit nicht erkannt." Das sage er ganz bewusst in Salzgitter. Während um die Stahlarbeitgeber herum nahezu alle gesellschaftlichen Kräfte feststellen, dass eine moderne Arbeitswelt ohne eine bessere Vereinbarkeit zwischen Leben und Arbeit nicht denkbar ist, mauern sich die Stahlarbeitgeber in alten Mustern ein, führte Giesler weiter aus.

Die IG Metall fordert für die 72.000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Eisen- und Stahlindustrie eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 6 Prozent sowie eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütung.

Eine Urlaubsvergütung von 1.800 Euro soll eine Wahloption für zusätzliche freie Zeit erhalten. Außerdem sollen die Tarifverträge zur Altersteilzeit, Beschäftigungssicherung und Werkverträgen verlängert werden.

Die nächste Verhandlung findet am 18. Februar 2019 statt. (dpa/mvg)