Salzgitter 

Tragischer Arbeitsunfall in Salzgitter: Verfahren eingestellt

Einer der Angeklagten samt Verteidigung im Amtsgericht Salzgitter.
Einer der Angeklagten samt Verteidigung im Amtsgericht Salzgitter.
Foto: Rudolf Karliczek

Salzgitter. Nach einem furchtbaren Unfall auf einem Privatgrundstück in Salzgitter Lebenstedt ist ein Mann an seinen schweren Verletzungen gestorben. Am Donnerstag mussten sich nun zwei Männer wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht Salzgitter verantworten.

Zur Last gelegt wurde den beiden Angeklagten, gegen die Arbeitssicherheit verstoßen zu haben, als sie ihre Drainage erneuern lassen wollten. Die Männer aus Salzgitter Lebenstedt hatten einen Bekannten beauftragt, sich um die Erneuerung der Drainage für gleich drei Häuser zu kümmern. Dabei habe man es jedoch versäumt, einen "lastfreien Streifen" entlang der Baugrube zu schaffen.

Baugrube in Salzgitter stürzt ein

Einer der Angeklagten hatte zu Prozessbeginn am 2. Mai ausgesagt, dass die Baugrube mit Latten und Spanplatten gesichert worden sei. Niemand habe sich erklären können, wie es zu dem tragischen Unfall kommen konnte.

Und dennoch war der Bekannte, der sich um die Arbeiten kümmern sollte, am 6. Juni 2018 unter schätzungsweise fünf Tonnen Erde begraben worden. Die Kanten der Baugrube waren eingestürzt und hatten den Mann unter sich begraben.

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Fünf Zeugen waren geladen - einer wurde im Prozessverlauf dann auch vernommen. Er erklärte, als Ersthelfer vor Ort gewesen zu sein. Er habe Hilferufe gehört und umgehend die Feuerwehr alarmiert, erklärte er. Mit den bloßen Händen hatte er den Kopf des bereits Bewusstlosen befreien können. Er hatte den Eindruck, das Erdreich sei "hart wie Beton" gewesen.

Ersthelfer schnell vor Ort

Trotzdem hatte er versucht, den Verschütteten mit einem Spaten aus den Erdmassen zu befreien, doch der Stiel des Spatens sei abgebrochen. Trotz der Rettungsmaßnahmen war der Mann später an seinen schweren Verletzungen gestorben.

Laut einer Sprecherin des Amtsgerichts vertrat das Gericht die Auffassung, dass mindestens zwei Sachverständige zur Klärung des Falles nötig gewesen wären. Da, in Absprache mit den Verteidigern von einer geringen Schuld der Beschuldigten auszugehen war, wurde das Verfahren schließlich nach Paragraph 153a eingestellt.

Angeklagte bleiben straffrei

Demnach kann die Staatsanwaltschaft mit Zustimmung des für die Eröffnung des Hauptverfahrens zuständigen Gerichts und des Beschuldigten bei einem Vergehen vorläufig von der Erhebung der öffentlichen Klage absehen und zugleich dem Beschuldigten Auflagen und Weisungen erteilen, wenn diese geeignet sind, das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung zu beseitigen, und die Schwere der Schuld nicht entgegensteht.

Die Beschuldigten müssen nun eine Geldauflage von je 4.000 Euro zahlen, bleiben aber straffrei. (mvg)