Salzgitter 

Salzgitter: Brand in Schacht Konrad – den Atom-Gegnern reicht es jetzt endgültig

Ein künstliches Atomfass steht vor dem Atomendlager Schacht Konrad in Salzgitter. Am 14. Mai kam es unter Tage zu einem Schwelbrand (Archivbild).
Ein künstliches Atomfass steht vor dem Atomendlager Schacht Konrad in Salzgitter. Am 14. Mai kam es unter Tage zu einem Schwelbrand (Archivbild).
Foto: dpa

Salzgitter. "Wann wird das alte Bergwerk endlich aufgegeben?" – so lautet die Frage der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad aus Salzgitter. Hintergrund ist ein Schwelbrand, zu dem es bei Sanierungsarbeiten im Schacht Konrad 1 gekommen war, wie die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) mitteilte.

Schacht Konrad in Salzgitter wird gerade zu einem Endlager für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll umgebaut – das sei nicht zu verantworten, wiederholt die AG am Dienstag. "Dieses Bergwerk ist nicht für einen sicheren Betrieb als Atommüll-Lager errichtet worden und weist Gefahrenpunkte auf, die inakzeptabel sind," argumentiert Vorstand Ludwig Wasmus.

Schacht Konrad: Schwelbrand unter Tage

Einer dieser Gefahrenpunkte seien die alten Holzeinbauten, die eine besondere Brandgefahr darstellten. Ein gutes Jahr lang hatten Bergleute die alte Holzkonstruktion ausgebaut. Ende April hieß es dann von der BGE: "Mit dem Ausbau der alten Holzbalken und Spurlatten verringert sich die Brandgefahr im Schacht um 95 Prozent."

Für die Atom-Gegner war das ein Eigentor: "Das war wohl zu früh triumphiert. Denn verblieben sind noch Holzkonsolen - und davon fing nun eine beim Einsatz eines Schneidbrenners Feuer."

"Altes Bergwerk bleibt altes Bergwerk"

Für AG-Vorstand Wasmus steht fest, dass ein altes Bergwerk ein altes Bergwerk bleibt – "und wenn man es modernisiert, ist es nichts anderes als ein altes Bergwerk, das modernisiert worden ist." Es werde niemals denselben Sicherheitsstandard wie eine neues Bergwerk haben.

Zu dem Brand im Schacht Konrad 1 war es bereits am 14. Mai gekommen. Obwohl alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten worden seien, waren während der Brennarbeiten flüssige Stahltropfen auf ein Reststück einer Holzkonsole getropft und hatten dort zu schwelen begonnen, so das BGE. Durch den permanenten Luftzug im Schacht sei der Brandherd weiter angeheizt worden.

Salzgitter: Arbeiter löschen Brand über Tage

Arbeiter hätten den Rauch schnell bemerkt, die Arbeiten seien eingestellt worden und der Schwelbrand habe über Tage gelöscht werden können - erst beim zweiten Versuch über Tage. Bergleute seien zu keiner Zeit gefährdet gewesen, schreibt die BGE.

Zumal sich der Brand auch nicht weiter hätte ausbreiten können, da die alte Holzkonstruktion erst kürzlich bis auf einzelne Stummel im Mauerwerk ausgebaut worden sei. Der Rest werde derzeit entfernt.

Dabei werde unter anderem auch ein Schneidbrenner eingesetzt. "Nun überprüfen die Fachleute, ob das Abtrennen der Stahlkonsolen durch eine gleichwertige Alternative mit geringerem Brandrisiko ersetzt werden kann", heißt es von der Bundesgesellschaft.

Der Arbeitsgemeinschaft reicht das alles nicht: "Wir fragen uns inzwischen, was eigentlich noch alles passieren muss, bevor Schacht Konrad als Endlager endlich aufgegeben wird." (ck)