Salzgitter 

Salzgitter: Siebenschläfern droht ein qualvoller Tod – haben sie Gift gefressen?

Dieser kleine Siebenschläfer wurde in Salzgitter entdeckt – wahrscheinlich hat er Gift gefressen.
Dieser kleine Siebenschläfer wurde in Salzgitter entdeckt – wahrscheinlich hat er Gift gefressen.
Foto: Kleintierhilfe & Exotenasyl e.V.
  • In einem Wald in Salzgitter sind Siebenschläfer gefunden worden.
  • Wahrscheinlich haben sie Gift gegessen.
  • Heute soll eine Rettungsaktion für die Babys anlaufen.

Salzgitter. In einem Wald in Salzgitter sind zwei mutmaßlich vergiftete Siebenschläfer gefunden worden. Womöglich haben die Kleinen Rattengift gefressen. Auch Gift zur Bekämpfung des Borkenkäfers oder Eichenprozessionsspinners komme in Betracht, sagt Denise (Kleintierhilfe & Exotenasyl e.V.) zu news38.de.

Siebenschläfer in Salzgitter gefunden

Zunächst sei am Montag die Siebenschläfer-Mama in Salzgitter-Lichtenberg gefunden worden. Bei der Suche nach ihren Welpen sei dann auch ein Jungtier entdeckt worden. Beide zeigten Vergiftungserscheinungen, so bluteten sie aus der Scheide und hatten Gleichgewichtsstörungen.

"Wir haben beiden Vitamin K gegeben, das hilft gegen Gift, aber die beiden werden wohl trotzdem nicht überleben, sollten sie wirklich Gift gefressen haben. Da kannst du kaum etwas gegen machen", so Denise.

Sie und ihr Team wollen jetzt alles daran setzen, die anderen Siebenschläfer-Babys aus den Bäumen in Salzgitter zu retten. Ohne ihre Mama oder menschliche Hilfe haben sie keine Überlebenschance. Sie könnten in zwei Bäumen sein, beide wurden markiert. Der Fundort der unter Artenschutz stehenden Siebenschläfer liegt etwa 300 Meter westlich der Burg Lichtenberg.

Tierschützer brauchen deine Hilfe!

Das Problem: Die Tierschützer haben keine Leiter, die lang genug ist. "Wir brauchen eine mindestens zehn Meter lange Leiter und jemanden, der in den Wald mitkommt und hilft", sagt Denise.

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Möglicherweise wolle die Feuerwehr helfen. Das stehe aber noch nicht fest, so Denise. "Dabei bräuchten wir nur die Leiter. Die könnten da auch sitzen und Kaffee trinken." Daher der Appell an dich: Kannst du helfen? Oder kennst du jemanden, der helfen kann? Dann melde dich dringend hier oder telefonisch unter 01575/7958296.

Gleichzeitig würden die Tierschützer gern erfahren, ob in diesem Bereich Gift versprüht oder verteilt wurde.

Kritik an Aktion - und ein Konter

Unterdessen werden Vorwürfe laut: Die Tierschützer seien dafür gar nicht zuständig und handelten verbotenerweise. Dagegen verteidigen sie sich wiederum: Laut Naturschutzgesetz dürfe jeder verletzte und verwaiste Tiere aufnehmen. Zumal es auch Kontakt zur Unteren Naturschutzbehörde gegeben habe.

Wie die Stadt Salzgitter bestätigt, begleitet die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Salzgitter die Rettungsaktion von Siebenschläfern in den Lichtenbergen als Aufsichtsbehörde. Außerdem betont die Stadt: „Das Bundesnaturschutzgesetz erlaubt es jeder Person, verletzte, hilflose oder kranke Tiere aufzunehmen, um sie gesund zu pflegen.“

Gleichzeitig müssten die Tiere jedoch wieder freigelassen werden, wenn sie gesund sind. (ck)