Salzgitter 

Schildkröte in Salzgitter gefunden – zwei Schwestern glauben an ein Wunder

Das ist Erna aus Salzgitter. Sie bzw. er ist vor mehr als einem Jahr entlaufen. Zuletzt keimte aber Hoffnung auf, die Schildkröte doch noch wiederzufinden.
Das ist Erna aus Salzgitter. Sie bzw. er ist vor mehr als einem Jahr entlaufen. Zuletzt keimte aber Hoffnung auf, die Schildkröte doch noch wiederzufinden.
Foto: privat

Salzgitter. Annika und Bettina vermissen ihre geliebte Schildkröte. Erna hatte zehn Jahre bei ihnen gelebt. Vor mehr als einem Jahr verschwand sie dann plötzlich spurlos. Seitdem hoffen die Schwestern, dass Erna irgendwo doch noch auftaucht.

Als sie letztens ein Schildkröten-Foto auf der Facebook-Seite des Tierheims Salzgitter entdeckten, waren sich Annika und Bettina sicher: Das ist unsere Erna! „Das wäre der Wahnsinn", schrieb uns Annika hoffnungsvoll.

Schildkröte in Salzgitter gefunden - ist es Erna?

Alle äußeren Merkmale der Schildkröte stimmten aus Sicht der beiden mit denen von Erna überein. Das Muster, die Beschaffenheit des Panzers und die verbogene Kralle zum Beispiel. Daher fuhr Bettina optimistisch und aufgeregt mit Fotos und Papieren von Erna zum Tierheim nach Salzgitter. Auch ein Artenschutz-Experte wurde hinzugezogen.

Die Musterungen am Bauch der Schildkröte seien tatsächlich identisch gewesen. Auch das Alter und die Größe hätten zu Erna gepasst, erzählt Annika. Das einzige Problem: Die Strukturen am Rücken seien andere, befand der Schildkröten-Experte.

Erna aus Salzgitter ist eigentlich ein Männchen

Das sehen die Schwestern bis heute anders. „Jedes Mal, wenn man sich das Foto anguckt, sagt man sich immer wieder, dass sie es ist - beziehungsweise, dass er es ist.“ Erna sei eigentlich ein Männchen, aber das kam erst Jahre später raus.

„Leider sind uns da jetzt die Hände gebunden. Wir müssen uns auf die Aussage des Experten verlassen - auch, wenn wir selbst nicht daran glauben", schreibt uns eine enttäuschte Annika. Man könne nichts machen, zumal Schildkröten auch unter Artenschutz stehen.

Für die in Salzgitter entdeckte Schildkröte gab es aber dann ein Happy End: „Sie ist inzwischen wieder bei ihrer Besitzerin, die tatsächlich nur wenige Häuser entfernt von der Fundstelle wohnt“, teilte uns Friederike Maibaum vom Tierheim Salzgitter mit. Sie sei aufgrund von Handyfotos eindeutig identifiziert worden – worüber sich auch trotz aller Enttäuschung Annika und Bettina freuen.

Fotodokumentation ist Pflicht - und wichtig!

Das sei übrigens ein großes Problem: Obwohl eine Fotodokumentation bei Schildkröten Pflicht sei, werde das nur etwa in einem von zehn Fällen gemacht. Es sei sinnvoll, regelmäßig Gewichte und Fotos mit Größenangabe zu machen, da die Tiere wachsen und der Panzer sich dadurch natürlich auch verändert.

„Da die Positionen der Tiere bei der Fotodokumentation festgelegt sind, könnte man auf diese Weise innerhalb weniger Minuten das gefundene Tier mit dem Bild vergleichen“, schreibt das Tierheim Salzgitter.

Es gibt Schildkröten mit Telefonnummern

Eine weitere Möglichkeit sei das Anbringen eines Transponders, der anschließend in einem Haustierregister registriert werden muss. „Einige Halter markieren ihre Tiere auch mit Lackstiften, Eyeliner oder Tipp-ex. Das muss natürlich regelmäßig erneuert werden. Aber so findet sich auf manch einem Tier auch eine Telefonnummer.“

Und was wäre gewesen, wenn sich niemand gemeldet hätte? „Geschützte Tierarten können in Niedersachsen nicht weiter vermittelt werden. Hätte sich für diese Schildkröte niemand gemeldet, so hätten wir das Tier zum NABU oder nach Sachsenhagen in die Auffangstation gebracht. So mussten wir auch früher schon mit Schildkröten und Papageien verfahren.“

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Dort gebe es manchmal Kooperationen mit Zoos oder ähnlichen Einrichtungen. In einigen anderen Bundesländern hingegen könnten neue Papiere ausgestellt werden, damit die Tiere ein neues Zuhause bekommen können.