Salzgitter 

ZDF: Salzgitter AG will CO² reduzieren – das könnten die Folgen sein

ZDF: So will die Salzgitter AG in Zukunft arbeiten.
ZDF: So will die Salzgitter AG in Zukunft arbeiten.
Foto: dpa

Salzgitter. Die Salzgitter AG will sich neu erfinden. Das wird Folgen haben, sowohl positive als auch negative. Die Stahlproduktion soll umweltfreundlicher werden. Doch dafür müssten tausende Menschen eventuell um ihren Arbeitsplatz fürchten.

In der ZDF-Sendung „Planet e“ wurde darüber diskutiert und verschiedene Wirtschaftsstandorte Deutschlands gezeigt, die Lösungen für eine Energiewende 2.0 vorlegen. Natürlich war der Stahl-Riese aus Salzgitter dabei.

ZDF: So will die Salzgitter AG aufrüsten

Die Salzgitter AG will weniger CO² erzeugen – bis zum Jahr 2050 sollen es nach konzern-Angaben 95 Prozent weniger sein.

In der ZDF-Sendung erklären die Verantwortlichen, wie das funktionieren kann. Kein leichtes Unterfangen, denn der Herstellungsprozess müsste sich drastisch verändern.

So soll es funktionieren:

  1. Die Hochöfen – sogenannte Direktreduktionsöfen – sollen nicht mehr mit dem Brennstoff Koks befeuert werden, sondern mit Wasserstoff.
  2. Der Wasserstoff soll durch ein Elektrolyseverfahren gewonnen werden, dafür braucht man Strom.
  3. Den Strom sollen Sonne und Windkraft liefern.

Doch das neue, umweltfreundlichere Verfahren hat einen großen Nachteil.

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Umweltfreundliche Stahlproduktion – es gibt einen Haken

Die Produktion ist aufwendiger – wird also teurer. Das Produkt ändert sich dabei jedoch nicht. Das heißt, dass der Hersteller den Aufpreis selbst zahlen müsste.

Im ZDF heißt es: „Sollte der Stahl aus Salzgitter deutlich teurer werden, könnten rund 25.000 Arbeitsplätze in den Werken und viele im Umfeld in Gefahr geraten.“

Salzgitter-Boss hofft auf Unterstützung

Damit das nicht passiert, wünscht sich Konzernvorstand Heinz-Jörg Fuhrmann wünscht sich Unterstützung und einen Deal zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. „Die Energiewende kann nicht von Einzelnen gestemmt werden. Ohne politische Flankierung kann es nicht klappen.“

Man befinde sich deshalb zurzeit im Dialog mit der Politik, den Gewerkschaften und gesellschaftlichen Gruppen, um für entsprechende wirtschaftliche und ökonomische Rahmenbedingungen zu werben, so die Salzgitter AG. Dies seien zum Beispiel:

  • international wettbewerbsfähige Preise für regenerative Energien und deren Verfügbarkeit
  • eventuell „Green Taxation“ für importierten, konventionell hergestellten Stahl
  • konkrete wirtschaftliche Vorteile für Kunden, die CO-arm produzierten Stahl bei ihren Produkten verwenden

Stahlindustrie für sieben Prozent der CO²-Emission verantwortlich

Die Gesamtindustrie ist für ein Drittel der CO²-Emission in Deutschland verantwortlich. Die Stahlindustrie für sieben Prozent. Wenn man bis 2050 CO²-neutral werden wolle, dann lasse sich der Stahl nicht mehr so produzieren wie bis jetzt. (fno)

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