Salzgitter 

Weihnachten in Niedersachsen – Tierheime gehen drastischen Schritt

Ein Tier sollte man sich nur ganz bewusst zulegen; als Überraschungsgeschenk zu Weihnachten ist es absolut ungeeignet.
Ein Tier sollte man sich nur ganz bewusst zulegen; als Überraschungsgeschenk zu Weihnachten ist es absolut ungeeignet.
Foto: dpa

Region38. Alle Jahre wieder miaut und bellt es an Weihnachten unterm Baum – und alle Jahre wieder ist der Frust nur ein paar Wochen später groß. Tiere eignen sich nicht als Weihnachtsgeschenke, da sind sich alle Experten einig.

Auch die Tierschützer in der Region38 warnen wieder davor, Hunde, Katzen oder andere Haustiere zu verschenken. Manche Tierheime vermitteln daher in der Vorweihnachtszeit ganz bewusst keine Tiere. „Tiere sollten generell nicht als Überraschungsgeschenk missbraucht werden“, findet etwa Gifhorns Tierheimleiterin Stefanie Söchtig.

Weihnachten: Tierische Begeisterung hält oft nur kurz

Die Anschaffung eines Tieres sollte immer im Vorfeld gründlich überdacht und vor allem mit der ganzen Familie besprochen werden. „Jede Tierart hat ihre ganz individuellen Bedürfnisse, die 'Mensch' in seinem Alltag dann künftig zu berücksichtigen und zu befriedigen hat“, so Söchtig. Künftige Tierbesitzer sollten sich gründlich darüber informieren und gegebenenfalls beraten lassen.

Auch Peines Tierheimleiterin Heike Brakemeier findet, dass Tiere als Weihnachtsgeschenk absolut ungeeignet sind. „Ein niedlicher Welpe oder ein kleines Kätzchen sorgen am Weihnachtsabend zwar oft für Begeisterung, aber was mit großer Freude beginnt, endet schnell im Tierheim, sobald sich die neuen Halter mit den tatsächlichen Ansprüchen des Tieres konfrontiert sehen“, schreibt sie uns.

Tierheim Peine vermittelt keine Tiere

Wegen der oft turbulenten Weihnachtszeit sollte man ein neues Heimtier erst nach den Weihnachtstagen aufnehmen. „Die Hektik während der Vorweihnachtszeit und der Feiertage erschweren es dem Neuzugang, sich in aller Ruhe an sein neues Zuhause zu gewöhnen“, so Brakemeier.

Das Peiner Tierheim wird deswegen ab dem 20. Dezember keine Tiere mehr vermitteln. Tiere können reserviert werden und nach den Weihnachtstagen abgeholt werden.

+++ Mann kümmert sich heldenhaft um Tier – plötzlich schwebt er in großer Gefahr +++

Die Tierschützer raten deshalb dazu, ein mögliches tierisches Geschenk vorab mit dem Beschenkten zu besprechen, damit es keine bösen Überraschungen gibt. Mit Kindern sollte man im Vorfeld gemeinsam überlegen, welche Tierart am besten geeignet ist beziehungsweise in die Familie passt.

Fachliteratur als Weihnachtsgeschenk

Dazu gehört auch die Frage, ob alle Rahmenbedingungen stimmen und ob die arteigenen Bedürfnisse des Tieres erfüllt werden können. Ein erster Gang lohnt sich dann immer ins Tierheim wo viele Tiere auf ein neues, liebevolles Zuhause warten.

Als Alternative eignet sich als Weihnachtsgeschenk beispielsweise Fachliteratur, mit der sich der angehende Tierhalter über die Bedürfnisse seines zukünftigen Tieres informieren kann. Das empfiehlt auch der Deutsche Tierschutzbund.

Geschenke FÜR Tiere:

  • Freitag, 13. Dezember: Gabentisch für Tiere im Tierheim Ribbesbüttel >> Infos hier!
  • Sonntag, 15. Dezember: Bescherung der Tiere im Tierheim Eckertal >> Infos hier
  • Dienstag, 24. Dezember: Bescherung für Tiere im Tierheim Braunschweig >> Infos hier

Tierheim Wolfsburg guckt genau hin

Auch das Tierheim Wolfsburg vermittelt seit einigen Jahren keine Tiere mehr rund um Weihnachten.„Falls Interessenten um die Weihnachtstage Zeit haben, uns zu besuchen und daraufhin gern ein Tierheimtier bei sich aufnehmen möchten, müssen diese bis nach den Feiertagen abwarten“, so Tierpflegerin Nadine Teutloff. Erst im neuen Jahr könnten sie das Tier zu sich nach Hause holen.

„Bei wirklichen Interessenten machen wir dann das Vertragliche schon vorher fertig, somit sehen wir zum Beispiel auch, dass das Interesse wirklich besteht und die Leute sich dann nicht von irgendwo anders ihre lebendigen 'Geschenke' für den Weihnachtsabend holen, nur weil sie bei uns keine bekommen“, heißt es aus dem Tierheim Wolfsburg.

Tierheim Salzgitter appelliert

Auch das Tierheim Salzgitter hat eine klare Meinung. „Ein Tier ist kein Pullover und kein Spielzeug, keine Sache, die ich einfach umtauschen kann, wenn sie nicht passend ist oder nicht gefällt“, so Leiterin Christin Furmanski.

„Mit einem Tier übernimmt man die Verantwortung für ein Lebewesen – und muss auch bereit sein, diese zu tragen, solange das Tier lebt.“ Eltern muss dabei klar sein, dass ein Kind nie allein die Verantwortung für ein Tier übernehmen kann. Oft bemerken Eltern zu spät, dass ein Großteil der Versorgung - das Füttern, das Säubern des Geheges oder das Gassigehen - an ihnen hängen bleibt.

Schnell landen Hund, Katze, Kaninchen oder Meerschweinchen dann im Tierheim Salzgitter – oft auch erst im Laufe des folgenden Jahres, wenn Urlaubspläne, unerwartete Kosten oder die bis dahin unbekannten Anforderungen an eine artgerechte Haltung die Freude über das neue Familienmitglied vergehen lassen.

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Mehr von uns:

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„Jedes Jahr nehmen wir über 300 neue Tiere auf – viele davon wurden unüberlegt angeschafft, oftmals auch zu Weihnachten“, sagt Furmanski. (ck)