Salzgitter 

Mann aus Salzgitter dreht Film in der Region und verrät: „Hatte sehr schwer damit zu kämpfen, dass...“

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Hüseyin Albayrak ist Filmemacher und Student aus Salzgitter. Seine Stadt und die Region hat er nun zum Schauplatz seines neusten Filmes gemacht.

„Sesam und Krümel“ ist seit dem 29. Dezember online! Im Interview mit news38.de hat er über den Film und sein Verhältnis zu Salzgitter gesprochen. Außerdem hat er verraten, womit er während der Dreharbeiten besonders zu kämpfen hatte.

Filmemacher aus Salzgitter im Interview mit news38.de

Worum geht es in dem Film?

Hüseyin Albayrak: Der Film "Sesam und Kümmel" handelt von einem türkischen Jungen namens Metin, der in seiner Kindheit Zeuge wurde, wie sein Vater Selbstmord beging, und im Anschluss mit seiner Mutter den Wohnort und seine Schule wechselt. In seiner Schule lernt er einen neuen Freund kennen, mit dem er in Zukunft gemeinsam arbeitet und noch während ihrer gemeinsamen Ausbildung einen genialen Plan entwickelt, um als Bäcker den maximalen Erfolg zu erzielen. Die Geschichte von Metin erzählt Alexander seiner kranken Mutter. Seine Mutter heißt Gisela und sie leidet an einer unbekannten Krankheit.

Wie kamst du auf die Idee?

Albayrak: Ich habe beim Schreiben der Geschichte die Bilder, die ich im Kopf hatte, zu einer gesamten Geschichte zusammengefügt. Vom Gefühl her haben mich die Bilder, die im Film nun zu sehen sind, berührt beziehungsweise inspiriert, und ich wusste, ich könnte dort eine Verbindung herstellen.

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Was willst du damit aussagen?

Albayrak: Allgemein möchte ich aussagen, dass Trauer und Freude im Leben meist eine gewisse Balance bilden und das Kreativität viele Probleme lösen kann. Die wirkliche „Aussage des Films" soll der Zuschauer für sich selbst entwickeln.

Wie stehst du persönlich zu Salzgitter?

Albayrak: Ich fühle mich wohl in Salzgitter. Wenn man eine Stadt mit schlechtem Ruf außerhalb seines Wohnortes ständig zu verteidigen hat, bildet man einen gewissen Lokalpatriotismus. Was witzig sein kann, weil man irgendwann anfängt diese Stadt mit Orten wie Manhattan oder Beverly Hills gleichzustellen.

...und zu politischen Situation?

Albayrak: Ich interessiere mich nicht so sehr für Politik und denke nicht, dass mein Film in Verbindung damit gebracht werden müsste.

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Wo wurde der Film gedreht, woher kommen die Darsteller?

Albayrak: Der Film wurde bis auf eine Szene komplett in Salzgitter gedreht. Eine Szene wurde in Peine gedreht. Ich hatte in Salzgitter schwer damit zu kämpfen, eine Drehgenehmigung von der Stadt zu bekommen. Das fand ich sehr schade, da mir von der Stadt Salzgitter dazu geraten wurde, mich in den Nachbarorten umzuschauen. Eine Drehgenehmigung für eine Schule habe ich somit nicht bekommen können. Das Thema konnte ich später mit einem Politiker aus Salzgitter in einem privaten Gespräch besprechen und wir kamen auf das Ergebnis, dass es damals wahrscheinlich mit dem Flüchtlingsstop und der darauffolgenden enormen Medienneugier in Salzgitter zu tun hatte.

Was sind deine kommenden Pläne?

Albayrak: Meinen nächsten szenischen Film möchte ich im Jahr 2021 drehen und sitze derzeit an der Drehbuchvorbereitung. Demnächst werde ich mich auf den Bereich „Werbefilm“ fokussieren und bewerbe mich aktuell auf Filmhochschulen. Zudem läuft mein Master Studium an der Ostfalia, an der ich im Studiengang „Entrepreneurship und Innovationmanagement“ lerne, wie man innovativer im Leben vorgeht. So wie die zwei Hauptcharaktere des Films. (ck)