Salzgitter 

Salzgitter: Schwester liebt den „Falschen“ – jetzt ist er tot! Bruder muss sich verantworten

Rote Rosen lagen Anfang des Jahres am Tatort. (Archivbild)
Rote Rosen lagen Anfang des Jahres am Tatort. (Archivbild)
Foto: Rudolf Karliczek

Salzgitter. Seine Schwester liebte den „Falschen“ – dafür sollte er sterben. So liest es sich in der Anklage, die derzeit in einem Ehrenmord-Prozess aus Salzgitter behandelt wird.

Salzgitter: Nach Ehrenmord – Jetzt wird das Urteil erwartet

Gut ein Jahr nach den tödlichen Schüssen in einem Hinterhof in Salzgitter steht der Mordprozess gegen einen 34-Jährigen vor dem Abschluss.

Am heutigen Donnerstag sind die Plädoyers verlesen worden. Der Verteidiger des Angeklagten fordert für den 34 Jahre alten Beschuldigten Freispruch. Auch wenn nahezu alles gegen den Angeklagten zu sprechen scheine, gebe es Zweifel an der Täterschaft, sagte der Verteidiger am Donnerstag im Landgericht.

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Schwester liebt Iraker – Bruder soll das nicht geduldet haben

Dem Syrer wird vorgeworfen, den aus dem Irak stammenden Lebensgefährten seiner Schwester am 26. Januar 2019 auf einem Parkplatz in Salzgitter getötet zu haben, weil er die Beziehung nicht duldete.

Diese Strafe könnte dem Beschuldigten blühen

Für die Anklage sind in diesem Fall die Mordmerkmale der Heimtücke und der niedrigen Beweggründe erfüllt. Die Staatsanwaltschaft beantragte deshalb am Montag eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Zudem solle die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden, wodurch eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren Gefängnis deutlich schwieriger wäre. Das Urteil soll am 13. Februar fallen.

Verteidiger wirft Staatsanwaltschaft Scheinindizien vor

Der Verteidiger war der Staatsanwaltschaft vor, eine Reihe von Scheinindizien vorgelegt zu haben. Viel Zeit seines Plädoyers widmete er aber der Annahme, dass das Gericht seinen Mandaten für den Täter hält. Die besondere Schwere der Schuld sehe er dann ebenso wenig erfüllt wie die Mordmerkmale der Heimtücke und der niedrigen Beweggründe. Die Staatsanwaltschaft hatte dies bei ihrem Antrag auf eine lebenslange Freiheitsstrafe so gesehen. Die Vertreter der Nebenklage hatten sich dem angeschlossen.

Für die Anklage war das klare Ziel die Wiederherstellung der Ehre seiner muslimischen Familie. Wochen vor der Tat soll der Angeklagte bereits Todesdrohungen ausgesprochen haben. Am Tattag soll er das Haus seiner Familie mit der Ankündigung verlassen haben, die Ehre nun zu retten. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft wusste er genau, wo der 25-Jährige sein Auto abends parkte und lauerte ihm dort in der Dunkelheit auf. (dpa, aj)