Salzgitter 

Salzgitter: Mutter bekommt Hartz 4 – doch das ist nicht ihr größtes Problem...

Ute aus Salzgitter hat zwei Kinder. Sie leben an der Armutsgrenze.
Ute aus Salzgitter hat zwei Kinder. Sie leben an der Armutsgrenze.
Foto: Screenshot RTL ZWEI

Salzgitter. Sammelbecken für Menschen am Rande der Gesellschaft“, so startet RTL ZWEI seine Sozial-Doku „Hartz und Herzlich“ über die Stadt im nördlichen Harzvorland.

„Schießereien, Bandenkriege, Familienstreitigkeiten.“ Glaubt man den Ausführungen einzelner Bewohner, man könnte meinen, man wäre nicht in Salzgitter, sondern in einem Bürgerkriegsgebiet gelandet.

Salzgitter: Familie lebt von 685 Euro im Monat

Eine Einschätzung, die auch die junge Mutter Ute (36) so unterstützen würde. Ute und ihre beiden Kinder David-Ryan und Myleen leben seit Jahren von Hartz 4. Gerade einmal 685 Euro hat die kleine Familie im Monat.

Zehn Euro hat die Zweifach-Mutter am Tag für Essen eingeplant. Bedeutet: Besonders nahrhaft, ausgewogen oder gesund wird es nicht. „Reis, manchmal eine Dose Erbsen und Möhrchen, und das war's dann“, beschreibt Ute ihre Kochkünste.

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Das ist Hartz 4:

  • „Hartz 4“ heißt eigentlich Arbeitslosengeld II
  • Es wurde zum 1. Januar 2005 eingeführt
  • Es ist die Grundsicherungsleistung für erwerbsfähige Leistungsberechtigte nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch
  • Es soll Leistungsberechtigten ermöglichen, ein Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht
  • Allerdings kann es durch zulässige Sanktionen gekürzt oder ganz gestrichen werden
  • Die gesetzliche Grundlage für das ALG II bildet das Zweite Buch Sozialgesetzbuch

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Doch die mangelhafte Ernährung ist nicht ihr einziges Problem. Ute hat noch jede Menge Rechnungen offen, die sie nun mühsam abstottern muss. „Ich habe ganz viele Ratenzahlungen, weil ich sonst meine anderen Sachen nicht kaufen kann. Die Summe der Ratenzahlungen... 150 Euro mit Sicherheit.“

Schulden über Schulden

Ein mühsames Rechenspiel für die 36-Jährige, bei der überraschende Kosten nicht anfallen dürfen. Ein Problem, dass Ute seit vielen Jahren begleitet. Früher hatte sie sogar einen Betreuer, der die Finanzprobleme der Frau regeln sollte. Heute muss sie es alleine schaffen.

+++ „Hartz 4“-Empfänger schockt mit irrer Aussage: „Habe Angst vor Arbeit!" +++

Doch so ganz scheint das nicht zu klappen. So kaufte sich Ute für über 1000 Euro einen neuen Kleiderschrank. Leidtragende sind hier wieder die Kinder, die für Mutters Schrank verzichten müssen. Bleibt nur zu hoffen, dass sie endlich zur Vernunft kommt. (göt)